Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
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Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. 77 selben Zustande ein neues, vielleicht ewig währendes Leben beginnen, so wäre es manchem gewiß erwünscht, lieber vom Glücke der Auferstehung verschont zu bleiben. Um auch auf diese Unglücklichen Rücksicht zu nehmen, muß in der heiligen Schrift Umschau gehalten werden, damit ihnen die Wiedergeburt willkommener erscheine. Da heißt es nun: „Ein Geschlecht geht und ein Geschlecht kommt" (Koh. 1,4), was ausdrücklich sagen will, daß jedes Geschlecht so kommt, wie es geht. Wer lahm geht, kommt lahm, wer blind, kommt blind; dies aber geschieht, damit man nicht sage, Gott habe andere sterben und andere auferstehen lassen. Daher sagt Gott: Ich töte und belebe, ich verwunde und heile (Deut. 32,39) Wen ich töte, den belebe ich und wen ich verwundete, den werde ich heilen. Es heißt an einer Stelle (Jer. 31,8): „Unter ihnen sind Blinde, Lahme, Schwangere und Gebärende", woraus folgt, daß die Toten mit ihren Leibesfehlern auferstehen werden. Ein anderer Prophet weissagt: „Es werden sich öffnen die Augen der Blinden und die Ohren der Tauben; der Lahme wird hüpfen wie ein Hirsch und jubeln die Zunge des Stummen" (Jes. 35,5.6), woraus folgt, daß sie geheilt auferstehen werden. Der scheinbare Widerspruch ist so auszugleichen, daß sie mit ihren Gebrechen auferstehen und nachher geheilt werden. Der einzige Grund dieses Verfahrens ist, wie gesagt, daß man Gott nicht beschuldige, er habe nicht dieselben Personen zum Leben erweckt, denn sonst hätte er sie ja schon beim Leben heilen können. Es ist daher nötig, daß sie an ihren Gebrechen erkannt werden1). Gott sagt zu Baruch: Sicherlich gibt die Erde die Toten, die sie zur Aufbewahrung empfängt, zurück, ohne an ihrem 1) Sanh. 91*> Itf^rfDi jfcnm yitoW. Gen. r. 95,1 nDbrrc) 1123 TToy •jm« NBTO 'd Wi, s. auch Tanch. Vajiggasch Buber 105» Koh. r. 2*. Beth hamidr. III, 17. "prpftTm ->m8 -PTX'TD usw. Peß. 68» ke-in "»psntj "nm rpnto rrwn rsstö tro 5-sbnrx Pirke R. El. 33. Sifre Deut. iriNtt 329. Jalk. Deut. 946 wird die These umgekehrt rpntt -et* n"Wa "CtfiD rto *p ss-tt -»PEima dcd, das soll also ein Beweis für die Auferstehung sein. Jalk. Koh. 966 gilt die Vorsicht gegen die Heiden, Tanch. gegen die ühiy "^O""), sonst allgemein •ntt^P abiö, s. Beth ham. VI, 119. Ozar Midr. 494» Sohar III, 91» Siehe die christlichen Sibyllinen hei Hennecke a. 0. 338.