Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. 75 werden die Toten auferstehen, nackt oder in ihren Kleidern? Mein In ihren Kleidern. S.: Woher kannst du es mir beweisen? M.: Nicht aus der heiligen Schrift, auch nicht aus der Tradition, sondern aus dem natürlichen Geschehen. Hast du je Bohnen gesät? S.: Ja. M.: War der Same nackt oder bekleidet? S.: Nackt. M.: Und wie sproß er hervor, nackt oder bekleidet? S.: Bekleidet. M.: Nun, hören deine Ohren nicht, was dein Mund spricht? Wenn die nackt gesäten Bohnen bekleidet hervorkommen, um wieviel mehr die Toten, die in Kleidern begraben werden. Übrigens läßt sich hierfür auch aus der heiligen Schrift ein Beweis anführen (Hi. 38,14): Sie verwandelt sich wie Ton des Siegels und sie stehen wie im Kleide1). Sollte aber dies nicht als unumstößlicher Beweis gelten, so kann man sich auf den Propheten Samuel berufen, dem seine Mutter „einen kleinen Mantel machte" (I Sam. 2,19) und als er von der Hexe in Endor beschworen wurde, da war er „in einen Mantel gehüllt" (I Sam. 28,14); es war derselbe Mantel, den er von Kindeszeit an bis zum Grabe trug2). Ist es nun einmal über jeden Zweifel erhaben, daß man in denselben Kleidern aufersteht, in welchen man ins Grab sank, so ist es natürlich, daß vorsichtige und vorsorgliche 1) Koh. r. zu 5,10 (15b). Den Vers beziehen auch Targ. und Rasi auf die Auferstehung. Selbst Sanh. 38», wo die Rabbanan aus dem Verse auf die verschiedenen Gestalten der Menschen folgern, wendet Rasi konsequenter auf die Auferstehung an. Hennecke, Neutestam. Apokr. 380 auch vom' Samen ein Beweis auf die Auferstehung in Kleidern. Bachja ben Ascher folgert aus dem Umstände, daß die Phylakterien in Kleider gehüllt, mit Haaren umgeben und mit Sehnen genäht werden, auf die Auferstehung der Toten Israels in ihren Kleidern, Haaren und Sehnen. Kad ha-kemach II, 107b vb^n. Sabb. 28*>, 108» j. Meg. I, 71 d, 10. 2) Gen. r. 95,1 Midr. Sam. 6. Tauch. litt« 59. 11ÖK b*Wrt fib* in in bnn in. Ozar Midr. 354. Es scheint, daß der Patriarch Jehuda nicht diese Ansicht teilt und j. Keth. a. O. zu lesen ist: •»nN Nirt b^TN »«» im nto tfb 173K '-n; denn die Rabbanan erwidern darauf als Gegenansicht: in« Nin b^TK tZ» im TED. Gen. r. 100,1 steht schon TVüD fc*b. Ferner antwortet er auf die Frage des Antoninus (hier □"»rbitt:«), wie er die Stelle im Hiob deute, daß, wer das Geschlecht bringen werde, der werde es auch bekleiden; man wird demnach getrost ohne Kleider auferstehen können.