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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 74

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 74 (sequence 78)
Language
German
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Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. 73 zurückgebe, wird dieser Krochen den Körper nähren und aufgehen lassen wie die Hefe den Teig, ohne Wasser dazu zu gebrauchen. Dann wird die Erde erbeben, die Berge werden zittern, die Gräber sich öffnen und die Steine der Gräber auseinander gehen1). Die Auferstehung hat man sich übrigens so vorzustellen wie das Silber, wenn es aus der Erde geholt wird. Zuerst wirft man es ins Feuer, damit es von der Erde gereinigt werde. Aber es ist noch kein reines Silber, es muß abermals ins Feuer geworfen werden, um es von den Schlacken zu reinigen. Ebenso muß der Körper zuerst in der Erde verwesen, damit er gründlich gereinigt werde, nur der tharwäd räkäb bleibt übrig, um davon den Körper wieder aufzubauen. Jedoch ist er noch nicht vollkommen rein, weil er noch den tharwäd in sich birgt. Daher muß er noch eine gewisse Zeit in der Erde verweilen, bis auch dieser verwest, dann erst erhält er seine Seele und wird vollkommen, denn es haftet an ihm kein fremder Stoff mehr; und dies wird die zweite Auferstehung genannt2). R. Huna erzählt, er habe an Meeresküsten gehört, daß man den Knochen der Wirbelsäule, der im Grabe übrig bleibt, Bethuel den Betrüger (Gen. 25,20) nenne. Als er nach der Ursache fragte, erklärte man ihm, weil er wie der Kopf der falschen Schlange aussieht. Noch aus einem anderen Grunde ist dieser Knochen ein Betrüger zu nennen. R. Simon weiß auch, worin sein Betrug besteht. Er nährt sich nicht von den Speisen, die der Mensch verzehrt, so wie die übrigen Knochen, daher ist er auch stärker, widerstandsfähiger und verwest nicht3). 1) Pirke K. El. 34. 2) Midr. hane'lam I, 116» 3) "WKn bNirQ deutet auch der Midrascli "»«73*1 (Betrüger) mit Versetzung der Buchstaben. Von ^TO^iStl "pb wird sogar gesagt, daß er an Betrug jeden Menschen übertraf. Gen. r. 63, \ (Lev. r. 23,1; Sir r. 14a; Jalk z. St.). Seine ganze Umgebung bestand aus lauter Betrügern, er aber war der größte. Auch von den Knochen ließe sich sagen, sie seien Betrüger, weil sie sich der Verwesung entziehen, aber der größte unter ihnen ist der tharwäd rakab, da er es versteht sich am längsten zu erhalten. Das Wort wird aber nicht wie im Midrasch "Won, sondern fittWi NtTtf geschrieben. Midrasch hane'lam I, 137». Er verdient auch

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