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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 73

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 73 (sequence 77)
Language
German
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72 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. des Menschen bleibt unter der Erde, der wie die Hefe im Teige wirkt und aus ihm wird Gott den ganzen Körper aufbauen. R. Eliezer sagt: Verflucht seien, die da behaupten, Gott werde die Toten nicht ins Leben rufen und zu neuen Geschöpfen machen. Diese irrsinnigen Gottlosen mögen einen Blick auf den Stab des Hohenpriesters Ahron werfen. Das trockene Holz ist im Augenblicke zu einem Wesen von Körper und Geist geworden. Und die Körper, in denen heilige Seelen wohnten, die sich Tag und Nacht mit Gottes Gesetzen befaßten, die Gott im Staube bewachte, diese sollten nicht wieder zu neuen Geschöpfen werden? Sogar — ergänzt R. Chijja — derselbe Körper wird auferstehen, denn es heißt „deine Toten werden zum Leben erwachen", aber nicht neu geschaffen werden. Ein Knochen nämlich vom Körper erhält sich unverwest unter der Erde und vermengt sich nicht mit dem Staube. Seiner Zeit wird ihn Gott erweichen, wird ihn wie Hefe zum Teig machen, so daß er sich nach vier Seiten ausdehnen wird und aus ihm wird der Körper entstehen. Aber R. Eleazar macht darauf aufmerksam, daß diesen Knochen nur der Tau erweicht. Nach R. Pinchas beziehen sich die Worte Hiobs: ,,Du ließest mich wie Milch ergießen und wie Käse gerinnen" (10,10) auf den unverwesbaren Knochen, der zuerst flüssig wird wie Milch, aber sich dann verhärtet wie Käse und endlich mit Haut, Fleisch, Knochen und Sehnen versehen wird1). Wie mit dem luz, so verhält es sich auch mit dem tharwäd räkäb. Der Körper verwest und es bleibt nur ungefähr ein Löffel voll Fäulnis, wovon der Körper wieder aufgebaut wird und dann befiehlt Gott der Erde, sie gebe ihn heraus2). Da aber in der Mystik auf Konsequenz kein Gewicht gelegt wird, so wird unter tharwäd der luz verstanden. Alle Körper — lehrt R. Simon — werden zu Staub, aber es bleibt ungefähr ein Löffel voll Fäulnis übrig, die sich mit dem Staube vermengt, wie die Hefe mit dem Teige. Seiner Zeit, da Gott die Erde auffordern wird, daß sie die aufbewahrten Körper 1) Sohar I, 69*; II, 28*>; in, 222a 2) Midr. hane'lam I, 113» P^sn D"»N£H yntfl heißt, die Erde gebe den Körper heraus.

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