Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
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70 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. macht daraus Tau zur Belebung der Ungelehrten1). Einst erinnerten uns an den belebenden Tau die gegen den Himmel gerichteten Flügel der Kerubim. Da mit der Zerstörung des Heiligtums auch diese aufhörten, so kann uns nur die Thora zum belebenden Tau verhelfen, denn wer sich mit der Thora befaßt, den wird der Tau der Thora zumLeben auferwecken2). Der Tau mit seiner belebenden Kraft ist daher so wie der Regen mit der Auferstehung in eine Reihe zu stellen. Und wie der Regen irgendeinen Gegenstand haben muß, den er zu neuem Leben wachruft, — denn aus nichts kann nichts werden —, so muß auch der Tau irgendein Körnchen finden, das er befruchtet und woraus sich ein lebendes Wesen bildet; etwas, das einen Lebenskeim in sich hat, dem der Tau zur Entwicklung verhilft. Auch dafür wurde vorgesorgt. Es gibt in der Wirbelsäule ein unverwesliches Knöchelchen; dieses wird sich bei der Auferstehung zum Körper entwickeln, wonach ihm die Seele eingehaucht wird. Es heißt hiz, weil es einer Mandel ähnlich sieht, oder tarwäd räkäb, weil es soviel Raum einnimmt, wie ein Löffel enthält3). Den Namen 1) Jalk. Chad. rPM 25. Hierauf sollen die Worte des Pajtan abzielen 513125 ^bbuQ nrnnb DifclöK Kos has. I Muszaf. yrpM übl*, wo mit ilSlÖ ^bbta der Tau dieses Schlafes gemeint ist. 2) Midr. Talpij. 208» itt^ma min bü mma pOl3>n bD, Tikkunim 14* Ein Analagon za IfT^ntt min litt mm ^183 lütoniütttt bü Keth. 11 lb. Der Parsismus hat statt des Taues zur Erweckung der Toten eine auch seit der Schöpfung aufbewahrte Pflanze, den weißen Haoma. Kohut, a. a 0. 589. 3) Tlb kommt öfters als Ortsname vor. G-en. 28,19; 35,6; 48,3. Jos. 16,2; 18. Ei. 1,23. In der Bedeutung „Mandelbaumtf kommt es einmal vor Gen. 30,37. Nu. 17,23 D"nptt) übersetzen Targ. jer. und Jonath. "pTlb, dass. öfters im Talmud und Midrasch. JTTTtD hlD Tlb Lev. r. 18 ist unter 25nn banO"H Koh. 12, 5 gemeint, auch Jalk. Koh. 979, während es Koh. r. z. St. (30») richtig auf ipian yari bezogen wird, da "pU> auf Tlb hinweist. Man will auch unter Tlb DblNl Gen. 28,19 den Tempel von Luz verstehen und den unverweslichen Knochen mit dem vom Tode zum Leben erweckten Sonnengotte Osiris in Verbindung bringen. Jew. Eneycl. s. v. Tlb. npn min, eigentlich Spi TTnn isbtt ist ein Löffel voll von den Residuen eines verwesten Körpers. Soviel ist nötig, um ein Haus oder einen Menschen zu verunreinigen. Kel. 17,12, auch Nidd. 27a; Ohol. 2,2; Naz. 49b, 51a; Chul. 126b. Der Ausdruck wird wahrscheinlich von den Kabbalisten darum auf den unverweslichen Knochen angewendet, weil er