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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 68

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 68 (sequence 72)
Language
German
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Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. 67 Kein Mensch, nur Gott allein verfügt über diesen Tau. Denn als der Prophet Elijah dem König Ahab drohte, es werde mehrere Jahre hindurch weder Tau noch Regen herabfallen, da sagte nach Verlauf einer längeren Frist Gott zum Propheten, er gehe zu Ahab und ,,er (Gott) wird Regen auf die Erde senden" (I Kön. 17, i-18? 2). Daß Gott nicht versprach, auch Tau herabfallen zu lassen, beweist, daß trotz der Drohung des Propheten nur der Regen aussetzte, der Tau aber stets fiel, weil der Prophet über ihn nicht verfügen konnte1). Nun war aber der Prophet in großer Verlegenheit, als er den verstorbenen Sohn der Sarfathith ins Leben rufen wollte. Er hatte nämlich geschworen, daß kein Tau herabfallen werde, doch ohne diesen kann von einer Belebung der Toten keine Rede sein. Daher befahl ihm Gott, er gehe und löse das Gelübde des Taues, denn die Toten können nur durch diesen auferstehen, dann werde er (Gott) dem toten Kinde das Leben zurückgeben. Und woher wissen wir, daß die Toten nur mit Hilfe des Taues auferstehen können? Darüber belehrt uns der Prophet Jesaja, indem erbittet (26,19): Deine Toten mögen aufleben, deine Leichen auferstehen, erwachet und frohlocket ihr Bewohner der Erde, denn Tau auf Pflanzen ist dein Tau2). Wie also der Tau die Pflanzen belebt, so auch Gott die Toten, aber nur durch den Tau. Dieser symbolisiert die Auferstehung, daher wünscht der Prophet, es mögen aufleben die Toten, die für uns zu Leichen geworden sind. Einer wurde ans Kreuz geschlagen, weil er seinen Sohn beschneiden ließ; ein anderer wurde verbrannt, weil er den Sabbat hielt; ein dritter wurde erschlagen, weil er die Thora studierte; diese Leichen mögen — wie die Pflanzen mit Hilfe des Taues — auferstehena). Diesem Tau wurde seinem hehrem Berufe entsprechend ein würdiger Platz im siebenten Himmel eingeräumt, wo er unter anderen großen 1) Tanch. Toldoth Buber 70» j. Ber. V, 9» wo nach einer Ansicht auch kein Tau fiel. 2) j. Ber. V, 9*>,9 rm» übersetzt Targ. "nm Lieht, so auch Kaschi und Kethub 11H>, wahrend D. Kimchi mp*n erklärt. 3) Tanch. Toldoth Buber 69*> O^nttrr m">nnb -»WO ban. Das "»nba: bedeutet yhurtts T»!rHö Jalk. Jes. 431. Beth ham. IV, 6,1.

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