Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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66 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. Toten zu ihrem Herrn1). Wenn aber nach jüdischer Tradition siebenmal geblasen wird, begnügt sich Mohammed mit zwei Posaunenstößen. Gestoßen wird — sagt er — in die Posaune und ohnmächtig sollen alle in den Himmeln und auf Erden werden außer denen, welche Allah lieben. Dann wird nochmals geblasen und sie stehen auf2). Nach jedem Posaunenschall soll sich ein anderer Körperteil bilden, so daß der Körper beim siebenten fertig dasteht. Über die Reihenfolge, in welcher die Neugeburt der Toten vor sich zu gehen habe, herrscht eine Meinungsverschiedenheit zwischen den Schulen Schammais und Hillels. Indem die Bildung des Kindes in folgender Reihenfolge geschieht: Haut, Fleisch, Adern, Knochen, so wird nach Schammai die Neugeburt der Toten mit den Adern und Knochen beginnen und mit der Haut enden. Den Beweis hierfür liefern die Auferstandenen bei Ezechiel, bei denen sich auch zuerst die Sehnen, dann das Fleisch und endlich die Haut bildete. (Da hier von Knochen keine Rede ist, faßt sie Schammai mit den Sehnen zusammen). Dagegen behauptet die Schule Hillels, die Auferstehung werde dieselbe Ordnung beibehalten, wie die Entwicklung des Foetus, wofür Hiob 10,11 Zeugenschaft ablegt: Du wirst mich mit Haut und Fleisch bekleiden, aus Knochen und Sehnen weben3). 5. Belebungsmittel. Wenn sich Gott die Vollziehung der Auferstehung vorbehält, so muß er auch das Mittel, womit er sie durchführt, selbst handhaben. Dieses Mittel ist der Tau der Belebung. 1) TlSbK Sure 6,73; 18,99; 20,102; 23,103; 27,89; 36,49.51; 38, u; 50,19; 69,13; 78,18. 2) Sure 39,68; 79,6.7. Es wird auch ein drittes Mal geblasen, aber dies bezweckt zuerst den Tod alles Lebenden. Auch am Sinai stirbt das Volk, aber ohne Posaune; diese erweckt es nur zum Leben, wie hier der zweite Posaunenschall. Zeitschr. f. Ethnol. 1880, 69. 3) GeD. r. 14, 5. Lev. r. 14, 9. Jalk. Ezek. 377. Jalk. Lev. 547. •^"abr und "^rOTBD werden auf die Auferstehung bezogen, da sonst das Perfekt stehen sollte.