Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2638044-2638083-2638084--2047-2639421- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
58 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. stellte, daß der Patriarch Abraham verbrannt werde, versank dahin, wo er bis zur Auferstehung bleibt1). 4. Wer belebt die Toten? Die Belebung der Toten hat Gott sich selbst vorbehalten. So lehrt R. Johanan: Gott hält in seiner Hand drei Schlüssel, die er keinem anderen anvertraut, und zwar den des Regens, der Geburt und der Auferstehung. Vom Regen sagt die heilige Schrift: Gott öffnet dir seinen guten Schatz, den Himmel, um den Regen deines Landes zu seiner Zeit zu geben (Dt. 28,12); von der Geburt: Gott gedachte der Rachel, Gott erhörte sie und öffnete ihren Mutterschoß (Gen. 30,22); von der Auferstehung: Ihr sollt wissen, daß ich Gott bin, wenn ich euere Gräber öffne (Ezech. 37,13). Es ließe sich zwar auch für die Ernährung (der lebenden Wesen) ein besonderer Schlüssel finden, da es heißt: du öffnest deine Hand und sättigst alles Lebende (Ps. 145,16), aber die Ernährung ist eben im Regen enthalten2). Besonders der Regen wird an Wert der Auferstehung gleichgestellt. Denn wie die Auferstehung der Welt das Leben bringt, so bringt der Regen der Welt das Leben. Sie werden im Gebete nebeneinander erwähnt, weil sie sich an Wert gleichstehen3). Es gibt aber eine Meinung, wonach der Regen höher zu werten sei als die Auferstehung, weil diese nur für die Frommen, jener aber auch für die Sünder da ist; diese nur für Menschen, jener auch für Tiere; diese nur für Israel, jener auch für die anderen Völker4). Demgegenüber wundert sich ein anderer Lehrer, wie man die Auferstehung überhaupt mit dem Regen vergleichen könne, da jene immer wünschenswert sei, dieser 1) Gbünbaum, das. 93* 2) Taan. 2* Gen. r. 73,4 hat Dm für mn und tTTQp statt n^nn ÖTfan, den Beweis liefert Ezech. 37,12 ich öffne euere Gräber. Dt. r. 7,6 hat nnp?, Midr. tü. 78, 5 hat Danton minra G^np bio nnstt. Tanch. Gen. 78a, Buber hat vier Schlüssel. Auch die Anfangsbuchstaben von nnsfc deuten auf vier Schlüssel hin: ^Ü73, riDmb, '»tt 'nn, Frn, Ahron ha-Kohen Orch. Chajim; Beth ham. III, 27 kennt sogar 16 Schlüssel. 3) Ber. 33a j. Taan. I, 63«,48. Gen. r. 13,6. Dt. r. 7,6. 4) Taan. 7» Gen, r. 13,6. Jalk. til. 7,90.