Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. 41 und starb. Die heilige Schrift verspricht langes Leben dem Befolger dieses Gebotes und eben dieser mußte vor der Zeit sein Leben einbüßen. Doch wußte selbst Acher nicht, daß sich das lange Leben der heiligen Schrift auf das Jenseits beziehe1). 2. Beweise aus der Bibel. Außer den bereits erwähnten Stellen aus der heiligen Schrift werden von der Tradition noch mehrere Bibelverse als Beweise für die Auferstehung angeführt. In erster Reihe muß auf die tatsächlich stattgefundenen Auferstehungen hingewiesen werden: was einmal geschah, kann sich ja wiederholen. „Was sein wird, war schon längst" — sagt der Prediger (3,15). So lehrt R. Juda: Wenn dir jemand sagen sollte, daß Gott einst die Toten auferwecken werde, so sage ihm, daß dies schon durch die Propheten Elijah, Elischa und Ezechiel geschehen ist. Sollte jemand behaupten, die Toten würden nicht auferstehen, auch dann berufe dich auf Elijah, damit er bezeuge, daß es schon einmal geschehen ist 2). Nun aber haben Elijah und Elischa jeder ein totes Kind unmittelbar nach eingetretenem Tode zum Leben erweckt und es fällt keinem ein, die Tatsache zu bezweifeln. Ist es doch allbekannt, daß die Seele, nachdem sie den Körper verlassen hat, zwölf Monate in der Luft umherschwebt: sie kann also leicht dem Körper zurückgegeben werden. Ezechiel aber hat eine große Menge dürrer Knochen zu lebenden Menschen neu erschaffen und dieses Wunder gab zu mancherlei Deutungen Anlaß. R. Eliezer läßt sie auferstehen, einen Hymnus singen und gleich darauf wieder sterben. Ein anderer R. Eliezer, Sohn des Galiläers Joße, läßt sie nach dem heiligen Lande ziehen, heiraten und Kinder 1) j. Chag. II, 77b, 7 v. u. Midr. Suta Buber 111. Ps. Jon. Dt. 22,7 mint Knbrn ■ptt-p -pmm Kid. 39*>. Chul. 142* Jalk. z. St. 930 obi"b "JT-IN iblDlö. 2) Koh. r. IV>. Lev. r.27,4. Nu. r. 14,1. Der Sohn der Zarfathith soll mit dem Propheten Jonah, der der Schunammit mit Habakuk identisch sein, worauf *p np^n riN hinweist (II Kön. 4, ir>). Jalk. Chad. s. v. "iirbN, Sohar II, 44b. Die Leugner der Auferstehung verweist Gott auf Elijab, der das Gegenteil bezeugt. Jellinek, Beth hamidr. IV, 72.