Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. Denn so wie ihr heute alle lebet, werdet ihr alle in der kommenden Welt leben1). Ein Zeitgenosse Gamliels, Josua b. Chananja hatte den Römern gegenüber weniger Glück. Sie fragten ihn, womit zu beweisen sei, daß Gott die Toten belebe und wisse, was in der Zukunft geschehen wird. Die Antwort auf beide Fragen holte er aus demselben Verse der Thora, mit dem Gamliel den Beweis für die Auferstehung allein führte: „Du wirst ruhen bei deinen Vätern und auferstehen, dieses Volk wird buhlen". Aber auch er wurde damit widerlegt, daß das Wort „aufstehen" zur zweiten Vershälfte gehöre. Nun, sagt Josua in seiner bekannten Bescheidenheit, begnüget euch wenigstens mit der Hälfte, daß Gott die Zukunft wisse2). Der Patriarch R. Juda hatte es schon mit einem Judenchristen zu tun, der aus der Thora einen Beweis gegen die Auferstehung führte. Ist es möglich, sagt er, daß die Toten auferstehen? Euere Ahnen leugneten es und ihr glaubet daran. Es wird nämlich vom Patriarchen Jakob erzählt, daß alle seine Söhne und Töchter sich aufmachten, um ihn zu trösten, er aber keinen Trost annehmen wollte (Gen. 37,35). Wenn er glaubte, daß die Toten auferstehen, warum ließ er sich nicht trösten und warum klagte er, daß er zu seinem Sohne trauernd in die Gruft fahre? R. Juda wich der Antwort auf die eigentliche Frage geschickt aus. Größter Narr der Welt, antwortete er, Jakob wußte durch den heiligen Geist, daß Josef lebt, darum ließ er sich nicht trösten, da man doch wegen Lebender keines Trostes bedarf3). Ein Sadduzäer sagt zu R. Ami: Ihr behauptet, daß die Toten auferstehen. Sie sind doch zu Staub geworden. Wie 1) Denselben Beweis findet K. Stmaj in Ex. 6,4: Ich habe auch meinen Bund mit ihnen errichtet, daß ich ihnen das Land Kanaan geben werde. Daß es auch hier Dnb und nicht EDb heißt, ist ein Beweis für die Auferstehung aus der Thora. Sanh. 90b; Sifre* Dt. 11,21. 2) Das. 3) Tanch. Gren. 91»; Bübeb, Jalk. Gren. 143. Ob es ein "pft oder ein anderer Sektierer war, paßt nicht QDTiW, da es auch sein Urahn war. Es dürfte iWlüft gestanden haben, wie in der Paral. Gen. r. 84, 21.