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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 27

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 27 (sequence 31)
Language
German
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Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. 27 zelner Personen oder Synoden darum mit derselben Strenge behandelt wurden, wie die Gebote der Thora, so mußte doch für den Glauben an die Auferstehung eine Stütze in der Thora und überhaupt in der heiligen Schrift gesucht werden. Die Lehre ward von Sekten, wie Samaritanern, Sadduzäern, Karäern, angefeindet und aus dem religiösen Bestand ausgeschlossen. Das Dogma der Auferstehung — sagt D. H. Joel —ist nicht nur eine im Glaubensbewußtsein des israelitischen Volkes fortgeerbte, uralte Tradition, sondern es wird auch mit ausdrücklichen Worten in der heiligen Schrift (Dan. 12,2.13) gelehrt. Das Streben der Talmudisten ging bloß dahin, ihr auch in den älteren Teilen der Bibel einige Anhaltspunkte zu geben, ja womöglich sie gar pentateuchisch zu machen, was sie durch verschiedene Deutungen versuchten. Nicht ein fremdes Reis sollte also auf den Lebensbaum des Judentums gepfropft, eine einheimische Pflanze sollte bloß durch bessere Pflege veredelt werden (Die Religionsphil, des Sohar 1 ff.). Die folgenden aus Mischnah, Talmud, Midrasch und Religionsphilosophie gesammelten Stellen sollen dartun, wie dem Dogma aus der Bibel „einige Anhaltspunkte'4 gegeben wurden und wie dieses Vorgehen besonders in der Mystik ausartete. Dieser rührigen Schriftauslegung ist es zuzuschreiben, daß sich die jüdische Tradition die Auferstehung viel bunter ausmalte als der Parsismus, das Christentum und der Islam. 1. Disputationen über die Auferstehung. % Die Pharisäer und Sadduzäer, zwei Parteien, welche das jüdische Reich von der Zeit der Makkabäer bis zu seinem Untergange in zwei Teile spalteten, standen sich nicht nur auf politischem, sondern auch auf religiösem Gebiete als Gegner gegenüber. Einer der wichtigsten Streitpunkte scheint der Glaube an die Auferstehung gewesen zu sein. Er führte zu heftigen Disputationen, bis er endlich durch die Übermacht der Pharisäer und durch das allmählich an Verbreitung zunehmende Christentum endgültig entschieden wurde. Schon der Ursprung der Sadduzäer wird auf

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