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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 24

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 24 (sequence 28)
Language
German
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24 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. Am vollkommensten ausgebildet finden wir den Glauben an die Auferstehung bei den Persern. Bertholet behandelt den Gegenstand in der Festschrift T. C. Andreas und will trotz der auffälligen Ähnlichkeit mit den Anschauungen der jüdischen Auferstehungslehre bloß vermuten, aber nicht entscheiden, daß der Glaube an die Auferstehung zu den Juden von den Persern gedrungen sei. Dagegen behauptet Graetz mit Entschiedenheit, die jüdische Auferstehungslehre sei dem Parsismus entlehnt. Er führt schlagende Beweise ins Treffen und versetzt diese Entlehnung in die soferische Zeit nach dem Exil (Gesch. II, 417, 204ff.). Die Vorstellung von Engeln, Dämonen, bösen Geistern — sagt Graetz — wie auch Paradies und Hölle, wrelche das Judentum vom Parsismus übernahm, hatte sich noch in der soferischen Zeit nicht als Dogma eingebürgert. Aber der Glaube an die Auferstehung, aus demselben Kreise übernommen, hat sich zum bindenden Glaubensartikel emporgeschwungen, trotzdem er mit der obigen Vorstellung eng zusammenhängt. — Auch Kautsch (Apokr. u. Pseudep. II, 252) weist auf die nahe Verwandtschaft der jüdisch-christlichen und persischen eschatologischen Hoffnungen hin, so daß an Originalität auf beiden Seiten kaum zu denken ist. Die größere Ursprünglichkeit ist jedenfalls dem von Babel abhängigen Parsismus zuzusprechen, der dann auf das Judentum eingewirkt und seine Entwicklung beschleunigt hat. Daß der Glaube an die Auferstehung bei den Babyloniern schon entwickelt war, haben Jeremias („Die babylonisch-assyrischen Vorstellungen vom Leben nach dem Tode") und Mahler („Babylonien und Assyrien"), wenn auch erst aus der Zeit Alexanders d. Gr. nachgewiesen (ZDMG. 20, 58). Vom Judentum ist dann die Überlieferung auf den Islam übergegangen. Das junge Christentum mußte den Glauben an die Auferstehung, wiewohl er nur von den Pharisäern zu den Grundlehren des jüdischen Glaubens erhoben wurde, schon darum aufnehmen, um damit die Auferstehung Jesu zu bezeugen. Der palästinische Amoräer Ab ahu dachte gewiß an das Christentum, wenn er sagt: Zwei Dinge leugnen nicht

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