Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. Von Adolf Löwinger. Einleitendes. „Erdenkt einen Lehrbegriff, welcher der menschliehen Gesellschaft unentbehrlich ist, und ich wette, daß er wahr sei", sagt Mendelssohn. Die Tatsache, daß die alten Völker den Lehrbegriff der Auferstehung erdachten und zum Teil auch zur Höhe des bindenden Glaubens erhoben, ohne daß wir entscheiden könnten, ob diese Vorstellung von einem Volke zum anderen gewandert ist oder sich selbständig gebildet hat, kann als unumstößlicher Beweis gelten, daß er für die menschliche Gesellschaft unentbehrlich, daher auch wahr ist. Das alte Judentum scheint sich mit dem Gedanken in Ägypten noch nicht befreundet zu haben. Die Ägypter gaben sich alle Mühe, um sich das Leben nach dem Tode zu sichern. ,,Sie ließen sich Speise, Trank, Blumen und Weihrauch ins Grab bringen, damit sie die gewohnten Genüsse nicht entbehrten. Die Aufstellung der Bilder der Verstorbenen war eine in den religiösen Anschauungen der alten Ägypter begründete allgemeine Sitte. Die Bilder sollten eventuell an die Stelle der zerstörten Mumie treten, als Grundlage der Wiedervereinigung der Seele mit dem Körper" (Bacher, Ag. Tan. II 451,1. Mahler, Das alte Ägypten 319. Ztschr. f. Ethnol. 1878, 155).