Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald, 25 Jahre jüdische Volkskunde, 19 XX, 1), Sims scrav (5, S. 45), Sat orare potenter etc. (5, S. 67; 10, S. 89; 21, S. 5 und Bischoff, Kabbala). Man kuriert mit Sympathie (24, S. 126), mit allerhand Steinen (Smaragd 24, S. 129, Krötenstein S. 133, Schwalbenstein S. 128, Steinen im Magen eines Huhnes S. 123, vgl. 5, S. 93 Entstehung der Edelsteine). Man versteht sich auf Tischrücken (30, S. 53), magische Schlangenbändigung (24, S. 121), schreibt Himmelsbriefe (25, S. 63), entdeckt Diebe, verwendet Wünschelruten (5, S. 10 und 80), beschwört (44, S. 135) und erweckt Tote (5, S. 24), gebraucht sogar Schinken als Medikament (5, S. 62) und kuriert Tauflust (das.). Es ist ein Beweis, wie tief abergläubische Vorstellungen in der Volksseele wurzeln, wenn sie trotz der scharfen Verbote des Pentateuchs und der unbedingten Zurückweisung durch Autoritäten, wie Maimonides, sich zum Teil bis heute erhalten konnten. Ein Vergleich mit Wutke, „Der deutsche Aberglaube" und ähnlichen Werken, vor allem die fremden Elemente in den abergläubischen Formeln selbst zeigen, wie viel direkte Entlehnung hier vorliegt. Deutlich weichen sie aber von ihren Vorlagen in zwei Punkten ab: es findet sich nirgends eine Verwendung von Menschenblut, nirgends der Gebrauch eines — bei anderen Völkern als zauberkräftig geltenden — gestohlenen Gegenstandes. 4. Sitte und Brauch. Auch hier zeigt ein Blick auf Brauch und Sitte der Umwelt (z. B. bei Sartori, vgl. Mitt. 45, S. 29, Samter, Geburt, Hochzeit, Tod, Lewy, Morgenländischer Aberglaube: Ztschr. f. Volkskunde 1893) Beziehungen zwischen den Juden und ihren Nachbarn. An jüdische Bräuche erinnern die folgenden in anderen Kreisen: bei Serben und Wenden hebt man den Sterbenden aus dem Bette und legt ihn auf Stroh, bei den Juden geschieht es erst nach Eintritt des Todes, immerhin liegt ein verwandter Brauch vor. Die Chebra Kadischa (vgl. z. B. „alhallowe Yelda" bei Kropotkin, Gegenseitige Hilfe 177) ähnelt in ihrem Aufbau mit der noch heute in Polen üblichen Feierlichkeit bei der 2*