Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald, 25 Jahre jüdische Volkskunde. 15 gehört das Trenderl (Tetotum) zu Chanukka, wie in Thüringen zu Weihnachten (auch Sardinien, China, Korea kennen es, 3, S. 51; 18; 25, S. 43). Die Buchstaben auf dem Trenderl ergeben — durch Gematria (entsprechend der foo<\n\poc der Griechen) — (die Summe 358 =) Maschiach (Erlöser). An Simchat Thora halten die Kinder mit Fahnen Umzug im Gotteshaus (25, S. 49), am Tischa b'ab spielen sie zum Andenken an die Kriege gegen die Römer Soldaten (25, S. 5). Echt jüdisch ist das Pei Samech-Spiel, bei dem ein Pentateuch aufgeschlagen wird und entscheidet, ob an der aufgeschlagenen Stelle sich öfter ein Pe (Petuchot) oder ein Samech (Sesumot) findet (3, S. 51, über jüdische Kinderspiele siehe auch 1, S. 68; 3, S. 37; 18, S. 75; 56, S. 130 und 150; Low, Lebensalter, 34). Über das Schach s. 3, S. 39. Die Purimspiele, wie das „Josefsspielu (3, S. 35; 33, S. 39ff.), „Ahasveros und Ester" (13, S. 1 ff.; 29; 46, S. lff.), „Abraham und sein Pferd" (1, S. 69), „Goliath" (49, S. 30), „Taubjäklein" (3, S.JJ6), bilden die Anfänge des jüdischen Theaters, das gegenwärtig, besonders in New York, eine erstaunliche Entwicklung genommen hat (Grunwald in „Mult es Jövö", 1917, S. 433ff.). 5. Glaube und Sage. Die Klage Av^-Lallement's (Mitt. 2, S.64): „Und dies wunderbar reiche geistige Streben blieb jahrhundertelang unerkannt, unbeachtet!" gilt zwar nur dem älteren jüdischdeutschen Schrifttum. Nicht weniger zu bedauern war es aber bis vor kurzem, wie wenig von den Schätzen der ostjüdischen Sagen- und Parabelnwelt jüdisches Gemeingut, geschweige Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit geworden ist. Noch deutlicher als aus den jüdischen Liedern spricht aus diesen gemütvollen Dichtungen eine bisher ungekannte Volksseele. Auch hier begegnen uns Motive, die uns aus anderen Kreisen bereits bekannt sind. (Schwalben und Spinnen bei dem Brande des Tempels.) Solche Wanderungen haben für den Folkloristen nichts Überraschendes. In den Erzählungen der älteren Maaßebücher