Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Grunwald, 25 Jahre jüdische Volkskunde. 36, S. 150), Alphabetarien wie Alef-Erbsensupp usw. (2, S.41; 3, S. 10), Parodien auf den Kiddusch (36, S. 147) u. a. Gebete (2, S. 41) sowie Bibelstellen (ele toldes Nojach, 2, S. 43). Besungen werden die Monate („im Nissan fängt der Pessach an", 1, S. 59, auch 3, S. 127, „as Rauschchaudesch Elul kommt heran, 3, S. 13). Verspottet werden jüdische Abderiten, wie die Chelmer, 1, S. 61; 36, S. 157. Mitunter gereimt sind auch In Libris („dieses Buch ist mir lieb", 1, S. 67; 4, S. 130; 24, S. 142; 30, S. 122; 35, S. 120), sowie Inschriften auf Geräten, z. B. die Fächerinschrift, 19, S. 109. Unter den Spielen standen von alters her Rätsel in Gunst. Unter den jüdischen Rätseln findet sich eine Menge internationalen Gutes (deutsch, nordisch, slawisch, romanisch, 7, S. 87; 25, S. 51), daneben aber auch echt jüdische, die biblische Namen, Zitate, hebräische Zahlwörter zum Gegenstand haben, so 19, S. 101 und 41, S. 4 (in hebr. Reimen, angeblich von Jonathan Eibenöghütz auf „echad" 13). Das Kartenspiel war, außer an gewissen Tagen, wie Aderlaß, Nitl (wohl nicht dies natalis, sondern Schweiz. „Nidelnacht" [von Nidel ~ Milchrahm], d. h. Sylvester, Neujahr oder Fastnacht, vgl. Schweiz. Volkskunde, Korresp.-Blatt I, 10 „Nidelnacht"), Tagen ohne Tachnun, verpönt (3, S. 30; 7, S. 94; 11, S. 50; 34, S. 87; 19, S. 105; 32, S. 126; 36, S. 150). Wie Elia del Medigo legte mancher ein Gelübde ab, sich des Spiels zu enthalten (3, S. 39). Doch wird ein Kartenspiel (19, S. 105) hebräisch beschrieben, eines trägt den Namen eines Gebetes „Lang wehuraehum" (30, S. 126). Auch vor dem Kegeln und Tanzunterricht wird gewarnt. Nur der Tanz mit dem gleichen Geschlecht ist gestattet; „das Mizwetänzchen", wie auf der Hochzeit Bethlen Gabors der Bischof von Waitzen mit der Braut den Tanz eröffnete, indem sie, ohne die Hände zu berühren, die Enden eines weißen Tuches festhielten (Hormayr, Taschenbuch der Geschichte für 1820). Der Fischtanz, der Totentanz (bei Glückel von Hameln) sowie der Dr. Faustus-Tanz sind Pantominen (3, S. 39, vgl. 27, S. 89ff.; 28, S. 155 über jüdische Musikanten). Hingegen