Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald, 25 Jahre jüdische Volkskunde. 13 S. 104 und 107) und beim Berit mit Melodien eigener Erfindung vorgetragene Reimereien, die meist an hebräische Texte anknüpfen, wie Deutsch-Hallel (2, S. 38). Hierzu gehört auch der „Schwanengesang eines Kantors" in Form eines Alphabetars (8, S. 183, vgl. Mitt. 18). Ähnliche Berufslieder des Schneiders, Fuhrmanns (3, S. 15; 4, S. 128 und 131) frönen mitunter der Spottlust, die besonders über die Chassidim (1, S. 64) und allerhand Mißstände (so „Die Blotte", 3, S. 14) sich ergießt. Chassidischen Ursprungs sind die Trinklieder (1, S. 64; 4, S. 130). Das Tanzlied, 36, S. 126, ist einem ungarischen nachgebildet. Der Parodie bietet sich hier ein weites Betätigungsgebiet (vgl. auch Davidson, Isr., Parody in Jewish Literature, New York, 1907), das Gebet „Hamabdil" am Sabbatausgang (1, S. 56), das Chadgadja, auch den Serben und Neugriechen geläufig und in „Des Knaben Wunderhorn" aufgenommen, an das sich manche Anklänge in jüdischen Volksliedern (3, S. 3; 4, S. 13 und 36, S. 150) finden (andere Pessachliedchen 1, 5. 59; 3, S. 36), die Chanukkaweise „Moaus zur jesehuosi" {1, S. 59; 3, S. 12). Vor allem wurde am Purim bei den Kurrenden und Purimspielen gesungen (1, S. 59; 3, S. 11; 10, S. 145; 30, S. 33, auch Heft 18, Parodie 13, S. 28). Bei der Geburt eines Knaben (slowakisch, 14, S. 91), wobei die Stammütter zu Gevatterinnen und Abraham samt den Engeln zur Mohelschaft eingeladen werden, bei Beschneidungen (3, S. 18; italien., 1, S. 57), beim Maanführen (1, S. 57), überhaupt auf Hochzeiten und anderen Familienfesten kommt die Stimmung des Tages im Liede zum Ausdruck. Eine Beschwörung bilden die Reime gegen bissige Hunde (3, S. 6; 4, S. 127), bei der Bereitung des Kigl (7, S. 85), die Dienstbotenmisere (ital., 8, S. 156). Die Kinder besingen den Sommer (3, S. 3), den Regenbogen (16, S. 108; 18, S. 88), das Leben im Cheder, den Lagbeomer, ihren Ferialtag. Auch dies vielfach parodistisch (hare att, 3, S. 9, alenu leschabbeach, 3, S. 45; die Gemore sogt esoi, 3, S. 44; 36, S. 127 f.). Beliebt sind Kettenreime, wie „Omer is e Soger, schauel is e Froger, E Froger is Schauel, Peh is e Maul, e Maul is Peh, e Dorn is Sneh usw." (1, S. 55; 3, S. 11;