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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 12

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 12 (sequence 16)
Language
German
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12 Grunwald, 25 Jahre jüdische Volkskunde. in Baycmne das „Jigdal" gesungen wurde (LfioN). Außer diesen ostjüdischen Volksliedern, die neben jüdischem russisches, polnisches, litauisches und samogitisches Sprachgut aufweisen, sind auch spaniolische (Revue Hispanique 1903, S. 594, L. Wiener, Songs of the Spanish Jews 1903), tschechische, italienische, persische u. a. jüdische Volkslieder bekannt geworden. Zu beklagen ist, daß zu 700 Texten jüdischer Volkslieder nach J. L. Cahan's Zählung bisher nur 175 Melodien vorliegen. (Mitt. 30, S. 90.) Die Melodie ist die Seele des Volksliedes, sie ist das Bleibende, während die Texte von Mund zu Mund variieren. Durch ihre Melodie sind die Lieder eines Berl Broder (Mitt. 47 und 48), Wölwele Zbarazer (31 und 57), M. Gordon, S. Bernstein, A. Goldfaden, Elj. Zunser (Mitt. 27ff. „Fahrende Leute", auch 23, S. 65) u. a. zu Volksliedern geworden. Auch diese Melodien sind gewiß nicht immer originell, wie uns ja auch unter den Semirot (8, S. 5) deutsche Volksweisen begegnen. Gedruckten oder handschriftlich erhaltenen jüdischen Volksliedern älteren Datums wird sogar der Vermerk, „zu singen nach der und der Melodie" vorangesetzt, so bei Rosenberg in der „Zeitschrift für die Gesch. der Juden in Deutschland", II, 232ff., III, 14ff. (vgl. Mitt. 3, S. 45). Doch auch die Wahl der Melodie ist für die Grundstimmung des Sängers bezeichnend. Eine tiefe Frömmigkeit spricht aus den meisten, vor allem den sogenannten „frommen Liedern" (1, S. 60). Es sind zum Teil Gebete (solche in deutscher Sprache für Frauen z. B. Mitt. 4, S. 124; 54, S. 41 ff.), wie das, nach Horodezky (Relig. Strömungen 155), von R. Levi-jizchok von Berditschew verfaßte, in zahlreichen Varianten überlieferte Sabbatausgang-Lied „Gott von Awrohom" (1, S. 56; 2, S. 56 u. 81; 3, S. 13; 4, S. 123; 7, S. 84; 43, S. 94), wobei das umstrittene „in deinem Lauf" sowohl als Reim dem „Jaakauf" als auch als Übersetzung dem hebräischen „derek" entspricht, „Die Klage der Waise" (3, S. 17), das „Lied von der Erschaffung der Welt" (16, S. 104) und ähnliche vom „Marschalik" oder „Badchen" (30, S. 91) bei der Hochzeit (1, S. 67; 3, S. 45; 8, S. 154 und 157; 16,

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