Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald. 25 Jalire jüdische Volkskunde. 7 tisch (Hammer), Miel (Schemuel) Debaseh (Honig), Mardokhai Gumpel, vielleicht weil Mardokhai vom Midrasch mitBilschon (der Sprachkundige, daher Gimpel) gleichgesetzt wird; Jona-Colombe, Efraim-Karpoforos, Naftali- Gervo, Chiskia-Ercole (Berliner's Magazin 1892 n. 94), Jakir-Preciado, Uri-Schraga-Phoebus, also doppelte Übersetzung, ins Aramäische und Griechische. Nicht gebräuchlich ist: von biblischen Personennamen z. B. Lot, hingegen findet sich Atalja (Mitt. 9, S. 5), ebenso auffallend, wie Phryne und Minerva (des.), wie ja auch in der jüdischen Kunstübung die griechische Mythologie unbedenklich zugelassen wurde (Mitt. 11, S. 140). Juppiter als Familienname in Galizien ist anderen Ursprungs. Über die Namen der Falascha: Mitt. 1, S. 22, der Karäer und Krimtschaken: 52, S. 99f. Jüdische Familiennamen entstanden durch den schon für die Bibel nachweisbaren Brauch, den Enkel nach dem Großvater zu benennen, so der Familienname Ben Ezra, oder aus Beinamen, etwa nach dem Gewerbe, vielfach Spitznamen nach äußerlichen oder innerlichen Mängeln. So Nidda 64 b eine Familie aus bestimmtem Grunde nach der jungfräulichen Derketo genannt. Die Farben, Gewerbe, Nahrungsmittel, das Mineral-, Pflanzen- und Tierreich, die Schiffahrt, die Musik, Astronomie, die Adelsprädikate, die akademischen Würden u. a. mußten dazu herhalten (Mitt. 4, S. 120). Scharlat (Jüd. Literaturblatt 1881, Nr. 11) schalom rab Pohabe torateka. Babad ben ab bet diu, Schallit — schejichje Tjamim tabim, Remak R. Mosche Kamchi usw. Über die Familiennamen der Spaniolen s. Grunwald, Portugiesengräber, S. 92. Die deutsch-polnischen Namen auf „es" und „eles", meist von Frauennamen hergeleitet, erinnern an das österreichische Familiantenwesen mit seinen sogenannten Bodenhochzeiten, denen zufolge die Kinder, als vor dem Staatsgesetz unehelich, den Namen der Mutter trugen. In Polen wurden aber auch vielfach die Männer zur Unterscheidung Gleichnamiger nach ihrer Frau zubenannt. In Rumänien beliebt man die Namensendungen auf owicz (Mitt. 1, S. 22), wie Davidowicz, Kantorowicz, Chasanowicz. Viele, wie die Frankfurter, erhielten den