Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald. 25 Jahre jüdische Volkskunde. 5 belfer (behelfer), jurzät (jarzit), lälech (leilach), tynturn (tinthorn), fingerl (vingerlin); bayrisch: Beigel, bösem, anbeißen, eppes, greppezen, gottikom (Gotts Willkomm, die Ableitung von „sch'assani kircono" „Gottes Wille" ist gekünstelt), zimmes, paar Volk, Krumpir; platt: kiken, dawenen (wohl nicht aus nadawan, sondern: [cursus] divinus Brevier, das im Anschluß an jüdisches Vorbild früh, mittags und abends gelesen wurde), pardon (bardentyus, Mitt. 30, S. 94), polisch (Palais), Fizze Kepore ist: Füße Kenpor (umgekehrt). Aus dem Romanischen stammen: benschen, oren, Schul (scola, Rev. d. etud. juiv. XVI, 303 u. s.) über nittl s. unten S. 14, poz (= pozzo), schkrap, bowel (= Powel Pöbel in der deutschen Kanzleisprache des 17. Jahrh., Ableitung von „Baumwolle" [vgl. „bombastisch!"] Rev. d. et. juives LXXII, 195), Petite (aus Partite [vom ital. baratto Betrug], Landau), Liberer vom mittelhochd. leber Grab, Koschmar, Berje (spanisch Barjen, Grünbaum, Mischsprachen, Berlin 1885, S. 37) u. a. Griechisch sind: trop, metustus (Mitt. 30, S. 127), Katowes (Kotabos, z. B. in Flaubert's „Salambo"). Hebräisch ist alles, was mit dem Kultus und was mit dem Rechtsverfahren zusammenhängt, Abstrakta, Emotionsausdrücke, Umstandswörter, wie: bifrat, bekizzur, teikef, lehachis; relativ wenig Zeitwörter, wie roidfn; slawisch: Umstandswörter wie choc (chotschy, auch bei Glückel von Hameln), nebbach (niebogi), wenig Eigenschaftswörter: prosty; Verba: mitschyn (meczyc, steirisch: mutschn [aus dem slavischen Osten nach Böhmen gebracht]), Substantiva: buby, sajdj, plaitsy, koilitsch, til. Semiasologische Annäherung an das Slawische erkennt Mieses (Mitt. 61) in: Hentl (Händchen Federhalter), slaw. raczka, segnyn (sich verabschieden) zegnacz sie. Wörter wie Hollekreisch, Hänselgeld (Mitt. 30, S. 101), Schmock, ongebrinzelt, (vgl. Jesaja, Kap. 7, Vers 4, Mitt. 23, S. 95) sind deutsche Splitter. Im Mittelalter sprachen die deutschen Juden jedenfalls kein anderes Idiom als ihre christlichen Landsleute (Mitt. 26, S. 80). Hebräische Elemente im Rotwelsch lassen nicht auf Beteiligung der Juden am Gaunertum schließen (Mieses, Entstehungsur-