Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1922-01-01 · 1 (1922) · p. Seite 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
23 (1922)
Issue
1 (1922)
Date
1922-01-01
Page
Seite 29 (sequence 29)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2638044-2638081-2638082--1979-2639353
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

- 29 - So mächtig äußerte sich auch hier Rußlands Pogrompoiitik. Der Verbrauch betrug in einem der letzten Jahre 210.000 Dollar, zu denen die Stadtgemeinde über 130.230 Dollar beigesteuert hat. Als Folie iiiezu sei erwähnt, daß in B a 11 a in Rußland, als die jüdische Gemeinde von dem Ueberschuß der Korobka, dier Judensteuer,, von der Regierung zum Bau eines Waisenhauses einen Beitrag erbat, dieses Gesuch abschlägig beschieden, für das Geld hingegen der Domplatz gepflastert wurde, während sonst von dem Ueberschuß dieser zur Deckung der j üdischen Gemeindebedürfnisse (!) bestimmten jüdischen Steuer z. B..in Kiew und Odessa das Kont'inigenft dier Pofeet verstärkt wurde.125) Zu den Pogromen, die unsere Waisenhäuser bevölkern, zum Teile, wie in Palästina, zur Gründung besonderer Waiseninstitute geführt haben, ist nun der Weltkrieg, sind die Judenmetzeileieni in Ositeaiinopa hinzugetreten, und so schier zalhtlos wie die Kriegs-, Flüchtlings- und Pogromwaisen, so namenlos ist ihr Elend, das uns Juden vor die Riesenaufgabe stellt, dieser Waisennot nach Kräften Herr zu werden. Wenn der Talmud einmal dfais Wort gebraucht: Jothmie d'jothme", „Waisen dier Waisen44, auf diese Kriegs-, Flüchtlings- und Pogromwaisen ist es anzuwenden, die vielfach mit den Eitern zugleich jede Stütze, Heim-ait und Obdach verloren halben. Manche ninzelheiten aus dem Material herauszuheben, das bereits gesammelt vorliegt, würde den Ernst der Lage dieser Aermsten und die Dringlichkeit eines großangelegten Hilfswerkes mit erschütternder Eindringlichkeit auch dem Kältesten und Gleichgültigsten zum Bewußtsein bringen.- Wir vertrauen aber auch hierin dem jüdischen Herzen, das, wie wir sahen, wie auf anderen Getreten der Nächstemliebe, im besonderen gerade in der Waisenfürsorge sich zu allen Zeiten und in allem Wandel der Verhältnisse^ zum Wohl der Leidenden und Darbenden und zur Ehre des jüdischen Naimens ruhmvoll bewährt hat. Unsere alten Lehrer sagen von Mordechai, dem Pflegevater uer berühmtesten jüdischen Waise: „er war biesitiimmit, die Zeit der Erlösung zu »sehen.44 Nehmen wir die t Pogramwaisienihife». die Linderung des größten Waiseneiends, das die Welt je gesehen, tatkräftig in Angriff! Aach wir werden damit eine Zeit der Erlösung, des Aufatmens von den Greueln der Gegenwart heraufführen helfen. 12S) M. Sil/benfarlb, Dite Vier;wtaitang der jüdüseihen öeroteifen m Rußland S. 74. Di-e Kowbha, äst leiinte riicMge BesttenHeriunig der Jüdischen l^efeilan. (in Posen \z. iR. wunden die luden toSifceuieiifö, iwöfl der Schöten der Symiaigioge auf das Darriiinitoriierik!lias,ter ffeR, in Kosmen-etiz-Podolsk, wiei süte angieiblicn: m eörier (r<eBgi;ösen Däspaiafet mit Chriteten «mteri-eigen wiaren.) Zur Literatur nachzutragen ist der soeben erschienene S.-A. aus d. 'Ztschr f. vgl. Rchtswiss. 37, 3: M. Cohn, Jüd. Waisenrecht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.