Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 23 (1922)
- Issue
- 1 (1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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- 26 - Die älteste jüdische Waisenans talt deutscher Juden wurde im Jahre 1763 in Fürth begründet.120) Sie bezweckt und betätigt bis zum heutigen Tage die unentgeltliche Verpflegung, Erziehung und Versorgung von nach Bayern zuständigen verwaisten und verlassenen Kindern. Der Etat dter Anstalt betrug im Duröhsohnitt der letzten 25 Jahre120") etwa 50.000 Mark jährlich. Durch Stiftungen, freiwillige Zuwendungen und die Zinsen des Anstaltsfonds fand er stets ausreichende Deckrang. Die Anzahl der verpflegten Kinder betrug im Jahresdurchschnitt 55 bis 60 Knaben und Mädchen insgesamt. Der Anstaltsfonds beziffert sich auf etwas über eine Miffibn, das nichlt reinitieirenidia Vermögen auf etwa 300.000 M. Dazu gehört das Anstaltsgebäude sowie ein größeres Baugelände, auf dem die Anstalt sofort nach dem Kriege neu errichtet werden sollte. Die Oberaufsicht in erziehlicher, finanzieller i|nd wirtschaftlicher Beziehung übt die Kreisregierung von Mittelfranken aus. Drei Jahre nach der Fürther Anstalt entstand das. H a m burger israelitische Waiseninstitut. Während diese Hamburger Gründung seine demokratische Grundlage behauptete und gelegentlich das Anerbieten' eines reichen Gönners ablehnte, der ein Waisenhaus auf seine Kosten stiften wollte unter der Bedingung allein, daß es seinen Namen trage, finden wir eine ganze Reihe von jüdischen Waisenhäusern, die von einem einzelnen Wohltäter oder einer einzelnen Familie aus eigenen Mitteln errichtet und nach ihnen benannt worden sind. Zu den letzteren zählen unter anderem zwei Waisenhäuser iin Wien, sowie das „Orphelinat Salomon et Caroline de Rothschild" in Paris, d&s 1857, auf 50 Pfleglinge berechnet, eröffnet wurde. Heute verpflegt es-50 Knaben und 50 Mädchen.121) Ganz besonders lehrreich ist die Geschichte zweier Waisenanstalten, die eine jede, von einer einzelnen unbemittelten Person ausschließlich durch Sammlungen ins Leben gerufen wurden und sich durch kleinere Stiftungen erhalten. Die eine ist das von dem jüdischen Lehrer Baruch Auerbach in Berlin begründete, noch heute seinen Namen; l2ü) Nach irdl MiMiltaig <3tes Htenm^Dlilriektoiis Deutsch..120*) Bis. 1916 l21) WäÜnrend 1809 bei dler RegiuleOTiig -dies Rardsieajfflsdhen Vierekiiswieisens auf Waisenpfliege noch nicht besosnidhrie R'ücksaichit (genommen m /wenden ibriajuöliiie, "S^ellie isffiah doch diiie Notäwenidliglkidiit mch der CMera ledinu 1833 hatte dias „Comilte de Biienttsiaiioe" 13 Waten zu versengen). Vgl L, KaJiin. Hffisifeodire dies Ecoiljes d)e Panik p, 65 tunid Dens. „Le Cpanliite die 3ien~ ~ fiaisasnce" p. 85 fg. (In Duikk d Bloch'sehe Waalsenli1. sefiit 1920).