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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1922-01-01 · 1 (1922) · p. Seite 11

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
23 (1922)
Issue
1 (1922)
Date
1922-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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"Waise betrauern durften und ihnen auch gesetzlicher Schutz Sichler war.30) Durch die Festsetzung des Atmenzetaten31) umd dies pflichte -gemäßen Anteils an dör Errate seinen wir m dler Tora* die Wailsenpfliege staatlich gesichert, zu'glefch aibeir aluch die p r i v a t e Waisenfürsorge adbefdhlen' uuid durchgeführt. Und wenn iim Neuen Teisteimenit dSieiser Qegen&tanid nicht berührt, höchstens eininial — im Jaicobu!sev!an.gelitiim32) — Witwern uind Waisen zu tröstem empfohlen wiirdl, so köninte dies alis weiterer Beleg dafür geütem, wie selbstverständlich im! jüdischen Volke diese Lfebesbetättgung geworden war, Wenn aber trotz alledem ein Heinrich von Treitschke33) und amidleiie die wahre Wohlfahrtspflege umd Humanität erst mit dem Chirästeinituini be- Sinnen lassen wollen, so steht ihnen dte Zeugnis eines Cornffl/4) vor alewi <dde ausdrückliche Feststellung alller Geschichteseltener der Wateenpfleige entgegen, dile beitonen, d&ß das Chiristemtunij auf diesem Gebiete unmittelbar an die Einrichtung geix dies Judentums angeknüpft halt.35) Die biblisiohen Richtlilnilen für die Waisenpflege finden ihre konsequente Durchfühirunig in den Besttamiungien der Lehrer dtes T a 1 m »u d s und; in den moralischem Amschaiunngen der -Mi drasch weise tl Jedem vaiterteen Kinde wurde, sobald nicht der Vater oder die Waise siellbst einien Vorraund bestimmt hatte, vom Geiritahlt ein solcher, unld zwar jedem einzelneni Kind ein besonderer, eingesetzt. Nur eilne Person, deren Rechtschaffeniheit über jedten Verdacht erhaben und die fähig war, ihr Mündel tatkräftig zu schützen, durfte mit diesem Ehrenamt betraut werden. Während der Vater selbst jede ihm geeignete Person, auch Freuen und selbst Minderjährige, zum Voontod bestelein' durfte, mußte das .Gericht von dieses* Kategorien absehen. Der Vormund hatte nicht nur für die leiblichen und geistigen, sondern auch für die religiösen Bedürfnisse id|ais Mündels Sorge zu tragen, »durfte jeldioch nÄ desisen Vermögen nur ganz ausnahmsweise Wohltätigkeit üben. Für die nutzbringende Anüegunlg der Mündelgelder waren erlek-htemde Beistiramiumgen getroiffen. 33a) Dias Verbot, Geld auf "Zinsen zu Verleihern, erlitt in dteean Falle zugunsten der Waisen Einschränkungen und beim Erwerb von Immobilien genösset* 20) 5. Mose 21, 10 ff. 31) Vg». auch To» 1, 7. as) 1, 27. 3:J) Pol» II, 31, Aufsätze 78. 93 u. s. 34) CoriuiH, - Die HumiainMät dam Aiten Testament. **)• Raitziiniger, Schimd's Encyol. d gjes. Erz.- unk! Untertfc&tewesens 1218 f u. ReSn's Encycl. 35 a) „Walilsenkasseii" e,tc Oösit Qäsetseskdie. I, IIS.

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