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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1922-01-01 · 1 (1922) · p. Seite 10

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
23 (1922)
Issue
1 (1922)
Date
1922-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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- 10 — ihm der 72. Psalm (Vens 12) als Beschützer dar Schwachem preist, vor allem aber Hiob, der das Verhalten dds Frommen den, Schptzbedürftigen* iinsfaesondierie der Weitete, .gegfeMüSber, zeichnet. Was fallt es, Qott kennen oimd doch seine Strafe herausfordern» indeim m'an den Bsiell <diar Wlafee wegtreibt (24, 3)? Hiob «sellibsit darf mit nuMgiem Gewissen von sich saglen, er habe der Waise sich artgenioinmiem (29, 12). Anerzogen und zur zweiten Natur gewojldtan war .«es ilhtai, dettii Bissen mit der Waise zu teilen (31, 18) und ihr Recht zu achten (21), in gewissem Gegensatz zu seinem I^eunden, die Jhlnfunberechtigte Vorwürfe ma)chen, Andh Sirach lehrt (4, 10): „Sei dien Watev wie ein Vater und; der Stellvertreter dies Mattnes ihner Mutter, so wirst diu sein wie eiin Sohn dies Höchsten, um(d dieser wird dich meter lieber als deiWe Mutter. Er übersieht ja nicht das Flehten d\er Waä&e "(35, 19). Diesen Weisungen entsprechend finiden wirin unsierem Kanon und in den Apokryphen ziahlreichie Fälle p r a k t i s c h e r Betätigung dler Wafeenfürsorige, wie eine Waise im- 27. Psalm, Vers 10, von sich saßt: „Vater und Mutter haben mich verlassen» aber Qcrtt hlat sich mleiiner angenoraniein." In der Geschichte Josefs klilnigt als Unteiriton helrizib&weigend der Oedlanke mit, d)aß er maittarloisie Waülse wiafc. Ihn slellbst verbindet dieses Gefühl nloch igawz beisonidlers mit B e m j a m i n, der seine Mutter nie gekämmt hlat.25) Mose wilrd von «der ägyptischen Königstochter als verlaisisletniels Ktod in Pfltege genommieii. Dein vaterlosen Töchtern Zelöfehads, däe ihr Recht fordern, wird es gewährt.26) Daß Sa<uls Wailsie von David liebevoll gehegt und gepflegt wind, wäre, aiuch von den besonderen Beziehungen zwischen! ihm und Saul albgesehen, selbstverständlich in einem Rneilse gewesen, der sogar bei dien Edomitern27) Mitteid mit den Waisen ihrer GeJaltenen voraussetzt. Israel Selbst erscheint nfaich dler Schildiamng Ezechiels (Kap. 16) als eih hilfiloses Kindt dleisisein sich Gött erbairmtu«nigsvoll annahm* In den Ktogldiiedferin28) fühlt sich das* jüdische Volk als vaterlose Wate B o a s nfimlmt sich der verlaisisemeln Ruth an, Mor'diechlai wilrd Pflegevater dler verwiaisten Esther. In den Makkabäer kämpfen29) wW vom dler Kriegsbeute dbr erste Anteil für dläe Waisen abgetoinülelrt, wählend anderseits gegen erbeutete Mädchen! nach Vorschrift der Tora die Rücksicht geübt wluirdie, d!aß sie Vater und1 Mütter wfe eine ■ss) V, Mose 33, 12; auf isieunem Bodten steint das IMLigtum, Eine . w-eiitere Amsizeicliauumig:. Baiba bathra 17 a. M) Aetalicihös Auf treten dfnieir Fnau: Jos. 15, 19. 27) Jet. 49, 11. *) 5, 3. M) 2. Macc VIII, 28, 30, vgl. III, 12 (W^sengdder im Tempel).

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