Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 23 (1922)
- Issue
- 1 (1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Homer 1× ep/1025156
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— 4 - ^' -'- ■( bis in die Neuheit tieiimisoh, den Juideni abof schon von Haus aus; frdmd war.5) Nach jüdischem) Gesetz gilt diäs Kirid! als Rechts- ■'Subjekt,6) wie ja überhaupt dte Auffassung dös Rechtes nicht als einer Aeußeriunig dier Mac h t, sondern als einer s 1111 i c h e n Idee zuerst bei den: Juden bekannt und anerkannt war. Das * Kind fst nach jüdischer Auff assung «dis. Grundlage des häuslichen Glückes, ein Bürge für d!en Bestand des Volkes und des Gottesgliaubens, aber auch an sich ein S«eIstzweck, ein Gegenstand religiöser Betätigung. Aus allen diesen Rücksichten hat ein jedes Kind Anspruch auf Schutz und Fürsongie:, auf f rem d e Fürsorfge foifeericlhtig dasjenige Kind!, das seiinen n atürlichen Schutz, Vater oder Mutter oder beide, verloren hat, das W ai s en kinid. Von einer Wafcenfürsorge als neligiösier oder sozialer Pflicht finden wir im gesfamten Altertum außerhalb des Juidentans nicht eine Spur. In den Literaturen des alten Orients7) außerhalb des Judentums ist mir überhaupt nur e i n e Stelle begegnet, die von dler Fürsorge für Waisen redlet; es ist eine ägyptische Grabsdhrift aus dem dritten Jahrtausend!, einer Zeit,. die dien Höhepunkt ägyptischer Kultur bedeutet. Der Verstorbene wird als „Zusfliuiciht d!er Waise" bezelio'hniet.8) Es ist dn vereinzeltes Datum;, dm wir iin keinen kulturellen Zusammenhang einzufügen und darum auch"nicht zu bewerten in der Lage sind. In Athen waren es einimlat Kriegswaisen, die dar Staatauf seine Kosten zu Kriegern ausbifeten ließ. Auch, was wir von römischer Waisenpflege hören, ist auf rein politische Motive, zurückzuführen. Bezeichmend ist bei Homer die Witwenklage der Andiromiache, man werde ihr Kind Astyan&x nunmehr von fröhlichen Gastmählern Wegweisern, da ja sein Vater nicht mehr daran teilnehme. Dasi jüdische Gesetz, die Tora, himgeigen, f o rs) Philo (übers, v. Coto), Ueb>er -diile Eiinßelteasietze, II, 217. III, 110 ff. i und: Ueber die Tugenden 131. Philo deutet 2 Mos. 21, 22 fg. auf Schutz - dies jungen Menischenkibenis überfraiupt Jofsephius (geigen Apta II § 2G2) erklärt gleichfalls K;iind'eaajUisisieitiz.Uin!g aüte vom jü#schen Oelsitz ausfdiriüclv- Mich verboten/ wahrenjd)- siellibist Püato siile blllügt. Daß süe bei' den luden nicht vorkam, berd'dhifcet Hekata-eus vom Abdera itrud aniemkenin't Taci tus. * ' . ö) Selbst die Seelen 'der im Miuittertabe igieisitorbenen Ktacta gemäßen - Seligkeit uoid Thorauintoricht im Jenisieife OWoit d' R. Akiita (Bett ha- Mädraseh II, 114). 7) Vgl diie; Roheit gegen döe AdoptJvikiifnidler bdi HamimuTiabii (D. ft . Mutier, die Gesetze Hammiunalbiiis). Tsi-fumig (479—248 v. Gfor.) Sl 44: Untfenstütziiing von Waäsen der im Staatsdienst Verstorbenen. Kor/an Sure 6 - (Berthoiet, ReiliSgionsigeiscMcliitL Lesebuchs, St. 153): Machit etudh <m'öht an dlas Gut dbr WÄö, außer tun eis zax mehren. Sure 93: SeSi niiebt 'hart ge-gen: die Waüise. 8) Lallemand, Histoire die La Charte L 32> vgS Ed.. Ataler, «Gesch... d. AlteTtums I, 125. . *