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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1921-01-01 · 1 (1921) · p. Seite 5

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
22 (1921)
Issue
1 (1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 5 (sequence 7)
Language
German
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Ia den Hörnern des Stiers sitzt im Frühling der Satan^* Kein Segen ist darin, wovon der Stier wegfrisst.40 Die Beispiele liessei! sich noch in Menge vermehren. Die alten Syrer durften aus religiösen Gründen keinen Knoblauch essen.41 Die Juden, die. da für sie dieses heidnisch-kultische Verbot nicht galt, Knoblauch assen, wurden daher in altrabbinischer Zeit in Palästina von ihren polytheistischen Nachbarn mit dem Beinamen Knoblauchesser (ochle schum) belegt.42 Die Juden der aitrabbinischen Zeit glaubten aus Antithese zum Tabu der Syrer, üBer geschältem Knoblauch, wenn er nicht versiegelt, ruhe ein böser Geist.43 Nicht eindeutig auf einen Glauben an einen dämonischen Hintergrund des Götzentums weist d,ie These E. Akibas, ein Mol verunreinige durch das Tragen gleich einer Menstruierenden, da auf Menstruierende, zum Unterschiede von den Persern, die jüdische Vorstellung nirgends Geister einwirken lässt. Die Unreinheir der nichtrituelle Speisen verzehrenden Heideuwe!t muss kein Kcnelat unreiner Geister besessen haben. Es hi^ss hinsichtlich dar ägyptischen Physis in der aitrabbinischen Überlieferung: der kleine Mose wollte von keiner Aegypterin etwas Unreines einsangen.14 Das frühmittelalterliche Judentum vsetzte dieses Syrern, es bei weitem noch ausbreitend, fort. Die kabbalistischen Dunkelgänge verschafften so zahlreichen uralten Stucken des Volksglaubens Israels den Weg ins Freie. Sammael, als Bezeichnung des Satans, wurde zum Wortbestand aller jüngeren'Midraschim. Der Norden, der bei den alten Völkern als Göttersiex galt, erscheint bei den Juden des anfangenden Mittelalters als Dämonenwohnort und Eesidenz aller bösen Gewalten.45 Im früheren Judentum wurde der Norden als Ort des Paradieses angesehen. was bis auf die Prophetenzeit sich zurück verfolgen lässt. Anfänge der Dämonisierung des Nordens zeigt das in slavischer Sprache erhaltene Henochbuch (c. X), das den Norden als Sitz der Hölle bezeichnet. Dieses Buch ist jedoch selbst dem peripherischen Judentum kaum ohne weiteres zuzuschreiben. Die Dämonenmutter erscheint, nach einem Bericht des Nachmanides in den „Schimmusche Schedim'V als Naama.46 Aeliniich als ein Gegenstück zu Lilith erscheint Naama im Sohar,47 ihr Sitz ist nach derselben Quelle das Meer.48 Wer ist Naama, die Dämonenmutter? Wie kam sie zu diesem Kang in der Mystik des Spätjudentums? In der phönizischen Sage •des Osiris, die Plutarch überliefert,49 erscheint Nemanu als ein Name, der mit Astarte wechselt, in Bezeichnung der Königin von Byblos. Auch der Gatte der Astarte heisst dort Naaman. Anspielungen hierauf bietet bereits Jesaia mit den Naamanpflanzungen,50 die an die Adouisgärten gemahnen. Movers identifiziert daher die

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