Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 22 (1921)
- Issue
- 1 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine alte tannaitische Stelle, die einen Götz.endämon kennt, bildet eine merkwürdige Parallele zu Philo. Der „saro" (Variante „schedo") „schel Peor* überfällt einen Juden, der ihm fluchte, bei Nacht; dieser wehrt sich mit einem Spiess.25 Sammael tritt auch im Talmud auf26, aber nur einmal, ebenso selten im älteren Midrasch.27 Cäsarea Maritima lüess bei den Phöniziern ursprünglich „Stratossturm*, was auf den Kultus der Astarte hinweist (vgl. phön. n. pr-Abd Asrarton). Die Rabbinen änderten, die Astartestadt in einen „Turm des Dämons". Diese dämonoiogische Umdeutung fand jedoch bei den Puristen wenig Gefallen, sie änderten das „sched* in wsartt. Die erhaltenen Texte weisen mit geringen Ausnahmen nicht „Migdal sched", sondern „Migdai sar* auf.28 Auch der saotarit&nischen Oberschicht war die volkstümliche Götzenauöassuug nicht genehm und man korrigierte den ,,Sehed-Turmß in einen Turm, den der vorsintflutliche Seth, der Enkel Adams, erbaut haben sollte.29 Es darf jedoch dabei nicht vergessen werden, dass Seth selber nach den Berichten von Dimeschfiiii, wie auch von Abulpharadsch, bei den spätem, frühmittelalterischen a Resten der Pohytheisten in Syrien als Agothodaimon galt.30 Übrigens wird vermutet, dasa Megiddo, wo Josia geschlagen wurde, .Migdol"- zu lesen und unter Weglassung des anstössigen Götzennamens mit dem Stratonstuna gleichzusetzen sri.81- Auch Herodot dürfte Megiddo mir Migdol verwechselt haben.82 Eine ähnliche Ausmerzung der Astarte ohne dämonolodschen Ersatz bietet „Aschtharoth Karnaim", das in der Makkabäerzeit zu „Kaniaim" verkürzt wurde.33 Eine weitere talmudische Dämonisierung eines Götzen, die vielleicht nach der bereits oben erwähnten Konjektur bis auf die Genesis zurückreicht, bedeutet die Benennung des Nachtgeistes, der über ungewaschenen Händen ruht r,Bath Melech". Schliesslich war der Melech-Molech für die altrabbinische Zeit nicht mu\ Reminiszenz aus althebräischer Zeit. Auch Namen zeitgenössischer Ortschaften mit „Melech" wurden von den Babbinen als anstössig empfunden und ins Verächtliche umgedeutet.84 Die Thosiphta erwähnt einen Ort, in dem ein Aschera-Baum stand, mit dem Namen Kefar Kesem „Zauberdorfu, Sitz des heidnischen Baumkultes.85 Der im Talmud vorkommende Name einer Dämouin „Agratkbath Machlath" wird ebenso auf heidnische Ursprünge undDämonisierung von Göttinnen der Nachbarn zurückgehen. Die grosse phönizische Göttin heisst einmal Agrath (TRabbathil'em ha-Agrath).36 „Machlath" erinnert an die arabische Aphrodite Urania, die Herodot (I. 31), Alitta nennt was auf ursprüngliches. al-Alath zurückgeht und in Maeh-lath eine Nebenform haben könnte. Die altsemitischen Götter waren stierköpfig, daher erscheinen im Talmud oft Dämonen in Stiergestalt, so jener Dämon, der unbewohnte Häuser zerstört37, oder der „Keteb des Mittags44 38