Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 21 (1919)
- Issue
- 3-4 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2638044-2638076-2638078--1910-2639284- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
der schlechten Skribenten14 dartujt. — Anders das im folgenden mit-- g'eteilte Hochzei^slied im jüdisch-deutschen Idiom'. Schon sein After — es gefrört dem Jahre 1739 ian — macht es ehrwürdig. Dazu ttftt sein sprachlicher Wert/ der gerade in u,n[seren Tagen, da die Jiddischliteratur eine Auferstehung und eine Gemeinde findet, wohl zu beachten ist. Nicht!zum minderten aber ife't es: wegen der beteiligten Persönlichkeiten von Interesse. Sein Verfasser ist der berühmte „schlesische ■Polyhistor" Johann Kaspar Arletius (1707—1784), der, als Rektor des Magdalenaeum's und Später des Elisabethanums zu Breslau, den Grund* zu dem noch heute unbestrittenen Ruhm dieser, beiden humanistischen Lehranstalten legte und durch seine wissenschaftliche Bedeutung wie durch seine gereifte Pädagogik sogar die Bewunderung Friedrichs des Großen zu erringen 'wußte. Der in dem Liede Gefeierte ist weniger, bekannt; weder J ö ch'e r noch die '„Biographie" wissen von ihm zu berichten. Daß er nichtsdestoweniger ein Mann von vielseitiger Bedeutung gewesen sein müß;; erweisen die Beziehungen des Gedichts. Die ersten Drucke dieses Gedichts dürften schwerlich noch in einem Exemplar erhalten seinu Dagegen; wurde es im Jahre 1740 in den „Gelehrten Neuigkeiten- Schlesiens" (Sqite 37ff.) und noch einmal in dem;,Breslauschen Erzähler" für das Jahr 1800 (Band 1, Seite 280 ff.) abgedruckt. Bei der Seltenheit dieser Zeitschriften ist es erklärlich^ daß das Gedicht dem, .Verfasser des Artikels über Arletius in der ^Allg. deutschen Biographie", wo die anderen Gelegenheitsschriften Arletius' angeführt werden, entgangen ist. Sein Neuabdruck dürfte daher nicht ungerechtfertigt erscheinen. Als Melammed Rebe Weinisch Chassona besimche macht Und mit seiner Kalle Jophe Habbesule Schneidern lacht; Stellet sich ein Ben Jisroel rack mit einem Semer ein, Und will also den Hachosen kephi mailoso mauker sein. * Breslau. Bischhas {5499 Labrias Aulom Bejom 6. Nissan. Seyd mir mauchel, daß ein Jüde Auch zu Eurer Chuppe trittf ' Und mit einem schlechtenx) Liede Euch viel Masel Wünschen thüt. Chas weseholem}, thüt nit lachen * . Ueber meine kühne That, Mipne Eive2) thu ichs machen s Die!mein Lew3) stets zu Euch hajt. Ihr versteht ja unsre Taure Die Talmidim lehrt Ihr schön,k Diej, seyd Ihr bedikduk kaure,*) Harbe5) zu Euch lernen gehh. Man muß Euch das Kowed lassen, Daß Ihr den Jesod6) verstieht, , x) schlichten, *) Liebe, 3) Herz, 4) korrekt vortragen, 5) zahlreich» *) Grundlage.