Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 21 (1919)
- Issue
- 3-4 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 16)
- Language
- German
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nung des ^Wandels zurückzuführen^ ist sehr gewagt. Es ist daher hier eine . phonetisdhb Disposition zu vermuten-, die gewissen Grup* pen der Judenheit schon in vordeutseher Zei|t eigen war. Die Juden Polens- Galiziens^ der Ukraine usw!., die deuts'chesi - u umlauten, sprechen «auch1 hebräisches1 Sehurek (u) und Kibbuz, wie ff. bzfw'. yj. Diese Aussprache desi Hebräischen ist bei einigen Gruppen der aschkenasisehen Judenheit von hohem Alter. Die Juden der Alpen* länder scheinen das Sehurek bereits im 13. Jhrhdt. als ü angesehen zu haben. An einer Grabstätte in Wr.=Neustadt, aus dem Jahre 1288 findet sich der in dortigen Akten vorkommende- Name Guet, Guetl in der Form btoft , also Sehurek als Aequivalent des ue (Schweinbürg* Eibenschütz 18j, 22). Levita, aus' Bayern gebürtig, schloß ein Kompromiß-, er schrieb Sc'hurek für deutsches u, dagegen Kibbuz (kurzes u) für den deutschen Umlaut ü mit deutlicher Punktation TD — für (11) — über (11), pTD — Brücke (57), pl — Nütz, r^lfi — H,ülf (147), dagegen t- Wuch 009), — ursaeh (121). Ue fjür u ist eine im Semjrt. bekannjte Erscheinung. Das arabische Dhama (u) wird[, wie Pinskä berichtet, von den' Syrern wje ü ge* sprochen (akidümi, dünia). Auch dem' Al'thebräisehen dürfte dieser Wandel nicht fremd gewesen sein|. Demi hebräisichlen Sehurek entsprach im Altertum bei griechischen Lehnwörtern nie ein Omikron Ypsilon, sondern ein Ypsilon (Assjyrial, Lydia), umgekehrt griechisches Ypsilon wurde im Hebr. durch1 Sehurek wiedergegeben!. *- Das Kibbuz wird al!s; ü? dagegen1; das jSchurek als ,uf von den Samäritanern ausgesprodhen. Die Punier sprachen, wie aus dem Text bei PShautus ziu ersehen is1^ {an Stelle des u (Sehurek oder Kibbuz) ein y oder i (byrychtb — bruchoth,, isthymic'hy — jisthamchuj, Ii — lu> ^siödai —j isjuidca vgl Ros!e;n.b!erg- 45)L Die Juden Jemens lesen vor einem! Gutturallauit das' hebräis'che ü wie ü.. Der Bestand einer Dialektabweidhüng, wo u ZA i bereits in althebräischer Zeit gewiordenj, ist vielleicht aus uianehem Schwajnlken zwischen K'ri und K'thib (geschriebenem Text und traditioneller Lesewieise) zu entnehmen, so Gen. 50, 26 und Num, 16() 2. 26, 9; Vgl. MGWJ. LVII 543; 545, 704). Die hebr. Schreibung* von Hyrcajnlos mit Vav spricht vielleicht für Sehurek -üj, ist aber zu vereinzelt. Das südjiddische u —; ü (i) hat seine vordeutschen Analogien, doch bestehen für eine solche Erklärung manche Schwierigkeiten. Die Septuaginta 'wissen nidhts von eibemi Sehurek oder Kibbülz lails ü. Sie transkribieren Sehurek wie u (Omikron Ypsfiloq, so jn Lud, Jebus oder au in Baux, Ganni, Jarmauth dagegen Sehurek Wie o in Bokki, Jephonne (Frankel 115). Ebensowenig kenint diesen Umlaut ü Origenes > in der Hexäplia. Sdhurek und Kibbuz sind beide für ihn uf so in: uairu. Gen. 6;, 2t anaisacheru ib. 85 2; alu; Ckj, 13,; 8; oder "der Trainskribent der Psalmfragmente im Appejndix zu Hieronymus, so: vaahuzadcha, kewiuddaj, jehällu-, Psalm 44, mit einer einzigen Ausnahme: aivdi, Pisalm 2. Nicht nur die spanischen.,, altfranlzösisehen, italienischen haben nur den traditionellen Bestand des alljhebräischeii ti und keine