Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 21 (1919)
- Issue
- 3-4 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Sprach typus vom Nord jiddisch vollständig abwich und dem Südjd. gficft, so: sagen — sugen, Aug — oig> (M:itt. zur jd;.-Volks^ti(nd|ej K *4.1)« Im Westjd. der früheren Zeit erfuhr das u ebensowenig eifne Einbußen Das Beispiel von kinig für König, bezw. kuinig!, das Gottfried! Seh> als Eigentümlichkeit des Jiddisch Deutschlands anführt, besagt dagegen nichts. Das „kinig" 'war kein Ergebnis' der Umwandlung des u iß i bei den deutschen Juden, sondern steifte eine direkte Entlehnung aus dem Bajuiw. dar (Brenner 55). Im Süd jiddischen wird u regelmäßig in ein i, bezw. y oder ij umgewandelt. Altes u, das auch im Mhd. Monophthong war, wird im Jd. zu i, so: jung — jiing, mhd. jtmc, Funke — fink> Zeitung ' * Zeiting, oder y, so: Brust — bryst, mhd. brüst, Butter — pyter, mhd,, buter, krumm — krym, mhd. krumme, Kunst — kynzi, mhd. kuinsjfc, Luft — lyft, mhd. luft, Schuß."— schyss, mhd. schuz, Nuß — Nyssy mhd. nuz, Nutzen — nytzen, mhd. nuftzen — nützen. Die Quantität spielt keine Rolle und beeinflußt keineswegs den UpUmlaut im Südjcf. Nhd. ui, das im Mhd. Diphthong war (uo)^ lautet im! Südjd. ij, so»: Bruder — brijder, mhd. bruoder, Buch — bijch, mhd. buocb, Busen — bijsen, m!hd. buosem, du — dij, mhdf. duo% Fuß — fijs-, mhd. vuote; Futter (Pelz) — fijter, mhdi. vuoteri Gruß — grijs, mhd1. gruoz, grün — grijn, mhd. gruori, Huhn — hijn, mhd. huon, kfug — klijg;, mhd. kluoc; kühl — kijl, mhd. kuole, Ruß — rijsj, mhd. ruoz, Ruhm— rijmen (frijur als Verbum im Jd.), mhd. rijmyn, rufen — rijfen, mhd. rüof, suchen — sijchen, mhd. ruochen, tun — tijn mhd. tuon. Es be* stehen auch einige Ausnahmen', Altes1 uo vor t wird zu y, in: ruot (Rute) — ryt, bluo-t (Blut)' — bifyt, guot (gut)! gyt, muoter (Mutter) ~~ m'yter, „Gut" zur Bezeichnung eines landwirtschaftlichen Besitzes lautet im Südjd. Gijlt. Unverändert bleibt dajs' u m Spruch (alter Monoph* fhong) und Wucher (mhd. wuocher). ,rBlume" (m!hd. bluome) wird zu Blijme nur als Eigenname, als- Pflanzenbezeichnung^ heißt es ,fbfum"v TLxk y wird im Südjd. auch jenes! (alte ux das im Nhd. o lautet (Sorine^ fnolmni — syn, frym). Das u wird auf eine ähnliche Weise, wie im, Süidjiddischeni, auch im' Dialekt der Elsässer Juden umgelautöt (Weiss: 127). Der südjd. u=Umlaut, der an den mhd. Lautstand anschließt, muß sehr alt sein. Ue für u. zeigt sich auch im bajyrislchen Dialekt aiUißer*- ordentlich oft. In älteren Urkunden lautete es frürrt, nüfz, jung. Heute hat der Dialekt Bajuvariens vor u ziemlich allgemeine Neigung zu % z. B. uns, ünser, ünter. Die Aussprache dieses ü ist durchgehends wie 1 und bei Dehnung wie i. Wirkliches ü für den Umlaut von u hört man in bayrischen Landen sehr selten (Weinhold II 45, Brenner 67, Schröer, Gottschee 28). Vor „m" ist auch heute zuweilen im; Ba]^ statt u einl i gebräuchlich, so : „kitmt" kümt (kommt)? vgl. Bren* ner 40. Im Niederalemajnnischen Oberschöpf heims ist ebenso u w ie üi (Z. f. hd: Ma#. I. 321) gebräuchlich. * Das Vorkommen des u^Umläutes unechter Art im' Baj. ist ein sehr beschränktes. Hierauf die .allgemein südjiddisch^elsässische Ersehet