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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1919-01-01 · 3-4 (1919) · p. Seite 41

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
21 (1919)
Issue
3-4 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 41 (sequence 11)
Language
German
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Ause für Hosea.1) Orfgenes schrieb Annan für nOaii al« Eigene namen, hiermit der geheiligten Orthographie der Septuaginta-Ueberget zung seine Huldigung darbring/end, jedodh 'in der Hexapla umsdhrieb er die hebräischen Worte zumeist miiit o (Soar, Gen. 6^ 18^ belothei, Gen. 18, 12, motia; Genj. 22 % 2), ausnahmsw eise mit u; jedoch nie mit au. In den; iRsalmsfragmenten in hebräischer Sprache lind lateinischer Schrift im Appendix bei Hieronymus ist ebenso Choiaiiii nur o,;s|o in softe*, aolam (das a deutet das A!jin an, ebenso in alwdi jPsatm 2, 11[) (Psalm 45, 3), hagon hodecha.-) Bei den Phöniziern «war das Choläm entwedier ou) (oder u, nie au. Für die Syrer ist ebenso das Aequivalent des Choiam-il^autes nie au. Die nordpersisch* babylonisch - ipartielldetitsche Aussprache des Cholam kann dennoch eine alte vulgäre Aussprache des Cholam, vielleicht schon in altter Zeitin einer Gegend Palästinas1 gewiesjen sein. Der Name Hosea lautet keilinschriftlich ausi.3) Hebräische Worte, die 'Cholam1 ,W]aw haben» laufen im' Arabischen auf au, so aljaum/, ml^ut. Auf diese Aussprache def deutschen Juden machte bereits Grünwald aufmerksam. Der Kirchenvater Epiphanius schreibt, daß Feuer hebr. Esait-th foeißij, also au ohne Pedanterie. Ebenso siprechen die Chaldäer in Babylonien den Cholam-Laut gleich au: Syrisch ,.go" is;t 'chaldäisch gau (Renan 29). Dieses vulgäre au kann sogar vielleicht älter als das Chol am-o sein. Das sehen, wir schon im Deutsicheln^ wo dias ö auf altes au zurückgeht. Auch der Franzose machte;aus dem lateinischen au ein o causa-dhose, wie auch die normale Aussprache des o im Frz.1) Im alten Liatium wurde auch umgekehrt m;it dem o ■ umgegangen.. Dem älteren vulgärlateinischen o entsprach in cauda, fauces, aule das schriftlateinische au. Die Entstehung der ou-Aussprache des Cholam bei den Juden des bajuvarischen Südens (Bayern, Wien) und Ostmit|teldeutfschlands (Schlesien) kann auch auf eine andere, näherliegende, lokale Ursache zurückgeführt werden. Wie wir wiss'en, geht neuhochdeutsdhes au (ou) auf mhd. u zurück. Der Hauptsitz dieser Diphthongisierung war bayrisches Oberdeutschland und das1 von Bajuvaren in weitem Ausmaße beeinflußte östliche Mitteldeutschland. Haltte dieser Liautwandel, den auch das Deutsch im Munfde der Juden durchmaichte, für ihre Aus-, «präche des Hebräischen gar keine Bedeutung? Ist es nicht möglich, daß die im Süden und Osten Deutschlands sert dem 16. Jahrh. übliche pu-Aussprache des Cholam auf eine ältere u-Aussprache desselben zurückgeht, auf jene Aussprache des Cholamj, die für die Juden Steiermark^ und in Niederösterreich im 14. und 15. Jahrh. feststeht? Dieser Parallehsmus zwischen u-ou und Cholam'-ou würde einerseits die lokale Verbreitung des Cholam-ou erklären, anderseits einen einleudhtenden Grund *) Adaotatio in Migne Patrologia graeca II 763 fg. 2) Origenes ad Joannem I 28. 3) Jeremias: Da? A. T. im Lichte des alten Orient 552. A) Meyer-Lübke, Ronaan. Lautlehre I, 53.

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