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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1919-01-01 · 3-4 (1919) · p. Seite 38

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
21 (1919)
Issue
3-4 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 38 (sequence 8)
Language
German
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Moment scheinbar unfwiderleglich klar einleuchtet, isrt auch bei einen* tieferen > Ergründen des' Sachverhalts: richtig. Die Aussprache des ou für 6 ist in jiddischen Texten aus derrt 16. Jahrh, überhaupt nidht1 und . aus' dem: ,17, Ja,hrh. äußerst selten nachweisbar. In den westjid dachen Texten deis! 16. Jahrhs, wird genau und deutlich zKvischen dem' langen 6 und dem aus altem ü entstandenen jd. ou (hnd. au) unterschieden!. Ebensip!wia,r es', mit sehr geringen Ausnahmen, im 17. Jahrh. Levita sehrieb -pT (fodi), IffTIN (63),. }§3Vr& (137); ohne Unterschied kurzes und langes o mit Cholam', während er diais au in Piaulus mit drei Schriftzeidhen ausdrückte, DI^IXS (87) so auch ^vfr (lauter) (107), n>n£ (Bauer) (171) sehriebl David Gans in. Prag (Ende des 16. Jahrhs;.) schreibt in seiner Chronik Zemach David o äriit in Großpolen (zürn J!. 5317), ebenslo mit Cihoilam die z'w'ei, ,q im (polnischen Eigennamen Zborowski (II, J. 5344), hingegen mit ''IX Austerlitz (I, J. 5343), wie auch ila'mbjski (II, J. 5344), In Megillath Vinz aus Frankfurt 1612, steht \y\b aber C^YT (Wageinseii 110, 19). Das o im' Worte Vogel mit Wjaw ohne folgendes Jod. läßt audh der Prlager Mordechai Jafe im 17. Jahrh. schrieben ^12 (Hitchoth GitÄn 130), 4 Für die Monophthongisierung des o durch Juden Deutschlands im: 16. und 17. Jahrh. sprechen auch direkte wie indirekte Berichte seitens zeitgenössischer christlicher Gewährsmänner. Schadeus, der mitzuteilen weiß, daß die Juden o für a sprechen, sagt jedoch nichts davon, daß die Juden für Schriftdeutsch es o einen Diphthong, sprechen. Dagegen belehrt er unsf, daß die Juden für deuisidh^s o eir, 1*1 setzen;. Dasselbe berichtete bereits zu Beg;inn des- 16. Jahrhs!. Johannes Boeschenstein, daß in der jd. Schrift din Choljam wie öin! o zu lesen ist, während ein au durdh eine Zusa mme|nsetzun g von einem Jod mit einem Alef waw gebildet würd.1) Ebenso liest man; bei Bu.xtorf imi Jahre 1609, daß, Alef \v|aw ,,flU;andoque pro o tu nid pro u conjungüntur", während für au die Dreibuchstabenkombination ^lX geschrieben w>ird {'(655). In den. jiddisichen Texten bei mm werden ,i,Gold, Morgen" mit Waw geschrieben, gerade wie ,(,großa< Das kurze o in! Gold, Morgen wird im Jd. heute noch unverändert ausgesprochen, so müß es also zur Zeit Buxtorfs auch mit dem langen; 6 der" Fall gewesen 'sein. Wagenseil in seiner Transkription des Vinzliedes mjit deujts'dhen Lettern, der sielt nach der Ausspräche der Juden! gejnau richtete und, a mit o und au; in aud'. mit ,a (ach) wiedergibt, umschreibt dais o im jd. Liede ohne jede Veränderung. Das schriftdeutsche 6 verwandelte sich ftn Munde der Juden in Deutschland in ein ou offenbar erst langgalm im Laufe des 17. Jahrhs.,, aber anfangs so unbedeutend, daß auch Wagenseil 1699 noch nichts davon weiß. Im Amsterdamer Maasebuch heißt es einmal (118) in : Houehschul, sonst überall unverändert o. Jehuda Leb Selichower, der in den letzten Jahrzehnten des 17. Jahrhs. in Hamburg dichtete, schrieb!) Boeschenstein, Elementale Introduc'orium (British Museum Press Mark, 12904 bbb).

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