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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1919-01-01 · 3-4 (1919) · p. Seite 37

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
21 (1919)
Issue
3-4 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 37 (sequence 7)
Language
German
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transkribiert, so yth — niN/ syfh jlNT/ , Astyra TTÜFtät? was zweifellos einem u. gleichkam (vgl.. Sulla, griech. Sylla)V Origfenes ^transkribiert an einer Stelle das Chotam' mjt einem Omikron Ypsilon, (berusim) _D"WD (Psalm 103 17 Hexapla). Cholam als ti wird heute von den südpersischen Juden und in der Hauptsache ■ >von den Samaritanern gesprochen. Hebräisdh-phönizische Entlehnungen im altgriechischen haben Cholam oft mit Ypsilon entsprochen, so Kinyra-lllS Kyros-tyrD, Kypros- 1212 (Renan 16). Griechisdhes Ypsilon lautete nach vielen u. Eigentümlich ist es, daß die tiberianische lMassora das Chotant *nö^D nennt.1) W o he r der Laut;\v? andel des offenen o in ein ou, b z w. oi, oj? ' Ou statt o ist eine tief in der deutschen Sprachgeschichte wurzelnde Erscheinung. Das altdeutsche lange o hat sich aus einem Teil des urdeutschen au herausgebildet, überwand aber diesen Diphthonig nur in einem' Teile des Sprachgebietes. Ein beträchtlicher Prozentsatz des deutschen Volkes spricht noch heute o, aber oft ohne vUn(terschied der Länge durchaus ou. Sehr zäh hält an diesem Diphthong der bajuvarisoche Staintn fest. In Kärnten und Steiermark, spez. im sog. Jokellande, ist ou statt o von den verschiedensiten Konsonanten noch in der Gegenwart üblich (groub, loub, oufjni, oft, nouch). In Tirol ist diese Diphthongislerunjg des1 o vor den Liquiden und vor <dby sf t gebräudhlich, so woul', kourn, Housn, Jouch (Joch);,, Robout, Rout (Rotte). In Bayern ums Piassau und im .Innviertel findet sich ou aa Steile des o vor r und h (vour. D'our, Doürf) in Nieder* Österreich klmgt es in Gout (Gott)> kh'ousten (kosten), loum (loben), vgl. Na^l 13. In Altbayern sagt *nan: Amhous, Brout, grouß, houch, Klaust er, rout* lous> nout, ourn, Rouse, Strouh, Tout, Troust. Diese« ou ist mit au nicht zu verwechseln (Schwäbl 76). Die .andere ober- •deutsdhe Ma., der .alemannische Dialekt, kartfn auch Beispiele für o-ou liefern, aber nur sehr wenige und ausschließlich aus früher Zeit (Weinhold I 67). In Westschwaben hält sich der Doppellaut ou für o (grouss, dourt), sio auch in der Rappeniauer Ma. im NordW'inkel Württembergs (Z. f.-h'd. Ma. II, 114). In W^stmitteldeutschland ist die Sprechweise: ou für o in weiten Strichen verbreitet. In den rechtsrheinischen. Landesv- "teileu ist das .altdeutsche 6 zu dem Doppellaute ou geworden, vgl. Brout, lous (los)t dout (tot), Schouss, sou. Südöstlich von Hessen wurde auch das o zu ou, so in Öufe, houl, Häuf (Reiss 58. In einem ansehnlichen Teile ^Niederdeutschlands hat ebenso der ou-Diphthong die Oberhand, so in Niederpbmmern, Holstein, Westfalen. Es läge daher ganz nahe, das westjiddisdhe ou für 6 auf eine mundartlich weit verbreitete, ardhaisierende, originär deutsche, phonetisdhe Spradheigentiümlidhkeit zurückzuführen. Jedoch nicht alles, was im ersten *) Pinsker 29. 2) Weinhold II 103. ünger 351, Hintner 381, 243, 253.

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