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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1919-01-01 · 3-4 (1919) · p. Seite 35

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
21 (1919)
Issue
3-4 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 35 (sequence 5)
Language
German
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—, 35 — man dien jd. Uriterm>undarten (wie ein e, in [anderen wie ein a ausgesprochen. . O. Dem langen 6 im Nhd. entspricht inr Südjd. oi, in den nördlichen Teilen Litauens ej; dagegen im» ehlemiaifögen Wiestjd. ou, Kohkskoii (kejl, koul}, vvohl-iwoil, gross^grois:. Kurzes .ahes o behauptet im Jdv sowohl, wenn es von Doppelkons'oaanten, (Kosten;, Morgen, solcher^ Lodke) als auch wenn1 es von (einem' einfachen Konsonanten (grob* Grosdhen, Honig) begleitet wird«, seine Gesftalt unverändert. Nhd. 6, das aus kurzem mhd. o, mit Rücksicht auf den »einfachen folgenden Konsonanten verlängert 'wurde, wird im Jd. ebensoals! langer Vokal behandelt und diphthongisiert (Ofen, hohf,, verloren oiwn, hoil, farloirn). Oh wirkt zuweilen, als einfacher verlängernder Konsonant (hoch-!hoi>dh), zuweilen hat es dein Charakter eines verkürzenden Doppelmitlauts (noch, Wochei, kochen). Diesem Wandel des 6-Lautes1 im1 Jd. unterliegen auch slavisc'h-jd. Lehriworte,-die bereits in älterer Zeit vor der Verschiebung' eingedrungen sind (plot-ploit, drob-droib, komin-koimyn)r. Jüngeres slavisches Lehngut konservierte sein offetttes,*o auch im Jiddischen (poräi-poryn, kobytäkobale, kopyto-kopyty). Audh d<ie hebräis!dhen Worte im Jd. unterstehen diesem; Lautwandel. Langes o (dholam) wird in Texten >von den aschkenasisdhen Juden je njadhdem1 oi, ej, au gelesen, kurzes o dagegen (kamez katan) überall unverändert ,,/Oj'*. Im mündlichen Gebrauch erfährt die Cholam-Ausspraidhe insofern eine Umformung; als nur ein offenes Chol'am' diphthongisch! im; Jd.;ausjgesprochen wird (ssojfer, ssojcher, kojnyj, Mojsdhy), hingegen lautet ein 'geschlossenes Ch'olaim' „o" (ssofrim, slsochrim). Charakteristisch für die Aussprache beider Chofam ist das Wort Rosch-'dhojdisch (Roseh-ichodesch), das erste Cholam steht in geschlossener Silbe, daher monophthongisch, das zweite offen, infolgedessen als DoppeTselbstlaufc; Wie jede Regel hat audh dieser Lautwandel seine Ausnahmen, ,,Soldher" heißt jd. „sekher!". Hier liegt bajuvarische Provenienz vor. f,Sölch'; ist bayrisch (Schweiler II 267>, Die Worte;,ob",;>«>ber">; „oberster" spricht man im Sü;d jiddischen zumeist ,,ajb"i immer jedoch ,3ajber", , yajbersdhter". Diese Abweichung ist be,i den Juden alt. In Rosenbergs Volksliedersammlung, also- Ende des 16. Jahrhs., steht oberster (ZGJD II 285, 295). Im! jd. Sehebet Jehuda bei Buxjtorf (6ÖG) steht für obersltttiH^lK+Wie dies vjhzu lesen, ist nicht sicher/, Es kann einen Umlaut des o, auch des( |u bedeuten, 'wie auch ein au. Nach Buxtorfs ^orthographischen Regeln der jd. Sprache bezeichnet — ü, (au, avv!. Alsio in diesem Falle kanjn oberster und auberster irt Betracht kommen. Im Gegelrislatz zu „ob, ober, oberst" spricht der Jude oben-oiwn. Eine Parallele zu ob=eib bietet das Zipser Deutscht (eib ich gei — ob) ich gehe, eibst *de geist — ob du< gehist). Doch kann bei dieser im fernen Osten isolierten deutschem Sprachinsel auch

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