Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 21 (1919)
- Issue
- 3-4 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 4)
- Language
- German
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dioht-jgjrdecht, micfemechj, didfededh, sidh-sedb in vielen Gegenden ajujdh': ich-edhX. In« Krakau heißt es dagegen: ijeh, sidher, so auch bei'den Juden in Litauen'. Hie und da Wird i audh sonst zu e (irgendsfengyz, mmWejm). E tar i kennlt die baj. Mundart nicht, höchstens umgekehrt i für e (Weinhold II 37), Im ostmitteldeu^chen Thüringen gibt es eine Nebenform edh für idh. Im w!md'. Hess\en ßjpridht iman: meich, seich für midh, sich (Reiss 87), aber ohne weitere Ausjdehnunjg dieses Lautwandelprinzips'. In Nofddeutsdhland spridht man .„ek%9 ,,ekke'" für ich. Der Ursprung der Umformung des; i in e in großein Teilen des jd, Sjprädl^gebjietefe muß demnach außerhalb des! deutschen Sprachgebietes gesjucht Werden. Man wird nicht fehlgehen, wejnn '<m!än> hier eine von Hatus. aus von den Juden mitgebrachte semitische Lauteigentiümlichkeit in Betracht zieht. Das ssegol, das sowohl Phönizier und die alexandrinis!0hen Transkribenten Wie auch die neuzeitlichen Juden Daghestans und Marokkos gleidh einem i ausspredhen, bezfw». ausspraichen, lautet im Munde der sonstigen asdhkenasischen, spagnolisdhen und Westasiatischen Judensdhaft wie e. In Daghestian^ also in dem1 kaukasischen Lande, dessen jüdische Einwohnersdhaft der aschkenasi sehen Judenschaft vor allen sonstigen Judengruppen phonetisch am nächsten steht, wird das ausgesprochen hebräische i (chirek) vor manchen Konsonanten in ein e umgewandelt, so vor Tetb, Kaph, Ajin Cheth1. Philo deutet das* in Dina, als wenn es ei (Dejnai) geschrieben wäre. x Oie Umbildung; des i in e kann mlan auch im' romanischen Dialekt der italienischen« Juden beobachten. Diese sprechen statt ei-ce, vi-ve, mfi-me, ti-rte, si-se. Ein umgekehrter Fall: der Uebergang von (altgrieehisehem e (Eta) in i erfolgte in der Antike im) Zeitalter der Koiine amd erhielt s|ich, bils; heute auf dem! Gebiete des Neugriechischen.. Griechische Lehnwörter im Russischen haben das Eta immer durch ein i wiedergegeben. Aehnlicb ist es der Fall schon bei griechischen Entlehnungen in vielen Füllen in der altrabbinisehen Literatur wie auch im Syrischen, f wird im; Jd. zuweisen vor r aiudh zu a: Kirsche^ arjsehj, Birne^bärn. Das nhd. ie wird im] Jdl wij" gesprochen, wenn es bereits im Mhd. in dieser Form! bestand!: lieb (nhd. li|ep)-j"dj. Üjb, Lied (liet)* lijd, stief-stijf. tief^tijf, Bier^bijr. Biene \(mhd. bie)-h(ijni„ Brief-brijtf; Fieber (mhd. vieber, audh fie|ber)i-föijber|. D&esies1 in ij erweiterte ie ist in der deutschen SpradhentwiCklungi kräftig verankert, es' geht in allen angeführten Beispielen, mit Ausnahme der letzten zwei, lauf mhd. io zurüdk. „Brief" und „Fieber" hatten im' AhdA;,io^; das durch Diphthongisierung aus e entstanden ist (breviis, febris). Worte!, die im Nhd?/ ein ie besitzen, das jedodh in! der älteren Entwicklung des deuts'cheni Idioms nidht begründet ist, verfügein! im Jd". bloß über ein kurzes i, bezw. y, so liegen (mhd. lign)<-jd. lign^ sieben (mhd. siben)-jd. sybn. Nhd. Frieden mhd. Vride, hat ein Uinedhtes ie, wird dennoch im heutigen Jd. ,,frijdn" ges'prochenn, zweifellos weil1 djieses Wort im! Jd. eine junge Entlehnung ist. Das übliche, alteingeteestsene Wort für Frieden ist int Jd. das hebräische Ü)htif sldhulym^ Das ie in vierzig wird in