Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 21 (1919)
- Issue
- 1-2 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2638044-2638076-2638077--1887-2639260- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
daaisch, Jeuchten-Iaachten, feucht-iaacht, neun-naan, euch-aach, schneutzen— schnaatzen, Teufei-Taawl, Gezeug-Gyzaak.!n anderen Fällen ist das Aequivalent des nhd. eu im Jd. aj (bezw. Nordjd. ej), so: Freude-frajd, Heu-haj, leugnen-iajknen. Die Provenienz dieser Vielgestaltigkeit ist gerade so wie bei au und ei in dem phonetischen Sachverhalte der mhd. Sprache verankert. Das nhd. eu geht auf zwei ganz verschiedene Vokalverbindungen zurück, deren Schichtung mit den beiden angeführten Wortkategorien der jd. Sprache übereinstimmt. Das eu der ersten Kategorie lautete im nhd. iu (vriunt, diuten, diutsch, liuchten, niun, iuch, sniuzen, iiufel, riue). Die zwjeite Entsprechungsreihe der jd. Worte wies in mhd. an Stelle des eu den Diphthong öu auf (vröude, höuwe, löugnen). Wo mhd. iu im nhd. durch den Vokalkomplex eue wiedergegeben wird: leiur-teuer, viuer-Feuer, entsteht auch im Jd. eine phonetische Abweichung von der Regel und es lautet demnach tajer, fajer. (Wird fortgesetzt.) Beiträge zu Jonathan Eibeschfitz' Biographie.*) Von Dr. Josef Mieses. Die Leser dieser Zeitschrift dürften folgende Mitteilungen über das Leben des Hamburger Oberrabbiners Rabbi Jonathan Eibeschütz aus dem Archiv der einstigen „Vereinigten Böhmisch-Oesterreichischen Hofkanzlet" ünteressieren. Leider sind die Akten selbst nicht mehr vorhanden. Nur die Auszüge sind noch da und diese enthalten eine zuverlässige Inhaltsangabe mit Datum. Am 14. Juli 17531) erging „an die Repräsentation und Cammer in. Mähren", die Entscheidung der Vereinigten Böhm.-Oest. Hofkanzlei: „5 to Bestätigung des 22do loco vorgeschlagenen und erwählten Juden Gerson Moyses Politzer zum Nickolsburger Rabiner; wohingegen der umb solche Stelle competirende sich in vorigen turbulenten Zeiten Verbrechens halben angeschuldigte Jud Jonas Nathan Eibeschiitz gäntzlich abgewiesen wird.« Eibeschütz ist demnach von der Gemeinde Nikolsburg tatsächlich gewählt und primo loco zur Bestätigung vorgeschlagen, aber von der Regierung nicht bestätigt worden; vgl. Luchot haedut, p. 14b, wo Mardochai Jaffa in einem Briefe an Eibeschütz ihm von der Wahl Mitteilung macht. Grätz (X 3 S. 506 Note 7) kennt nur diesen Bericht Jaffa's. Der Grund der Verweigerung der Bestätigung lag in dem Verdachte der Umtriebe mit dem Feinde aus dem Jahre 1742 (Grätz X 3 S. 356). 1762 bewarb sich Eibeschütz, als ihm die Verhältnisse in Hamburg-Altona immer unerträglicher wurden, um die Bewilligung der Rückkehr nach Prag. Auf das Gesuch hin wurde von der Repräsentation und Kammer ein Bericht abverlangt und *> Vgl. das 12. Heft dieser „Mitteilungen". 1) Nr. 10 ex Juli 1753 im Archiv der Verein. B. Oe. H. C. 2) Nr. 6 ex März 1762 1. c.