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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1919-01-01 · 1-2 (1919) · p. Seite 26

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
21 (1919)
Issue
1-2 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 26 (sequence 28)
Language
German
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— 26 - Aleph in solchen Worten mit einem Schwa-mobile.') Ebenso schrieben die französisch redenden Juden des mittelalterlichen England vor ihrer Vertreibung das feminine e in ihren Glossen nur teilweise, nur bei .solchen Worten, bei denen die explosive Aussprache sich erhielt.2) Durch seine irrtümliche Französisierüng des Schiuß-e mißdeutete Güdemann die angeführte Stelle bezüglich des Endungs-e bei Isserlein und emendierte sie ganz unbegründet (III 285). E wird im Jd. im Inlaut in einigen Worten mit doppelter Infinitivendung in abgestumpfter y-Form, im Gegensatz zur deutschen Sprache der Neuzeit gebraucht: rechnen-rechynyn, zeichnen-^ajchynyn. Dieselbe Erscheinung bietet auch Mhd. in rechenen (Lexer 11 369) und zeichenen (ib. III. 1047). Nach 1, r, n schaltet die jd. Sprache oft bald ein reines t, bald ein zu y oder i abgestumpftes e ein. Eine solche Einschaltung wird nach dem Muster indijscher Philologen Svarabhakti genannt und ergibt sich aus dem halbvpkalistfien Charakter der betreffenden Konsonanten. Der Jude sagt statt Mileh-myJech, solch-solech, durch-dbrech, fünf-fynyf, Berg-barik, Türk-terik, warm-waarym, arm-uurym. Diese Einschaltung kommt schon in der Sammlung jd. Volkslieder Rosenbergs aus dem Ende des XVI. Jahrh. unter dem Einfluß der vokalisChen Liquidität vor. Im Jd. wird das e auch ulmgestellt: harideln-handfyn, wech- ^eln-wechslyn. Das Svarabhakti-e blickt im Jd. auf guten deutschen Ursprung zurück. Im Bajuv. ist das Svarabhakti-e verbreitet, „als Wiederspiel der Synkope kann man (im Baj.) die Einfügung des .unbestimmten Zwischenlautes in Konsonantenverbindung im Auslaut betrachten: durech, hören, geren, warem" (Weinhold II 32). In Nürnberg sagt man: Storich, Berich für Storch, Berg (Gebhart 169). In Ostmitt-eldeutschland spricht man: durich, arem, herisse (Rückert 185). In Westmitteldeutschland wird e ebenso eingeschoben finef, Doref (Reiss 45). Im1 Mhd. war Einschiebung von einem e oder i nach liquiden 1 r eine allgemeine Erscheinung: solich, welich, keren, Steremberg, Alef, geren usw. (Weinhold Mhd. Gr. 37). Scheinbares Svarabhakti ist im jd. „samyt" für Samt, in Wirklichkeit ist es Archaismus (lat. examitum). Ei. Worte mit nhd. ei werden im Jd. zweifach wiedergeben, bei einem bleibt das „ei" „aj" (bezw. wird in Litauen zu ej) (im ostgal. Winkel von Kopyczynce aaj), bei den andferen wandelt sich das ei in ein langes ä (in Litauen formjt es sich zu einem aj). Oer Juider sagt im Süden des jd. Sprachgebietes: klajn (klein), rajn (rein), bajn (Bein), wajnyn (weinen), (beziehungsweise nördlich in Litauen klejn, rejn, bejn, wejnyn), dagegen waan (Wein), raach (reich), aasen (Eisen), *) A. Darmstetter: Deux elegies du Vatican in Romania, III 171. 2) M. Schwab: Transkription de mots euroipeens en lettres hebraiques en mtoyen age in Melangies Jules Havet 319, Paris 18Q5.

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