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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1919-01-01 · 1-2 (1919) · p. Seite 17

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
21 (1919)
Issue
1-2 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 17 (sequence 19)
Language
German
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— 17 — •ga sind jedoch; #u (vereinzelt und abseits liegend, um aus ihnen die Aussprache der Ostjuden hinsichtlich des mhd. ou herzuleiten. Die -Sache muß anders angefaßt werden. Die jd. Aussprache oi t>ezw. ei kann bereits eine sekundäre Form sein. Das jd. oi bezvv. ej ist, wie wir dann sehen werdjen, die übliche jd. Aussprache des langen 6. Liegt es »nicht im Bereiche der Möglichkeit, daß die mhd. Worte auf ou, die der neuzeitliche Jude mit oi bezw. ej ausspricht, zu demselben ursprünglich in der „o"-Form kamen? ') () für mhd. ou ist in deutschen Dialekten ungemein verbreitet. In Ostmitteldeutschland, in Schlesien spricht man toben für Tauben, sto'p für Staub, ogen für Augen, bron für Braun (Rückert 43). Eine ähnliche Verengung des mhd. ou zu o ist auch im Niederdeutschen, in Westfalen (Woeste), im Magdeburgischen (Löwe: Magd.) heimisch. Für Oberdeutschland ist diese Monophtongisierung des ou zu o in der älteren alemannischen Literatur .nachweisbar und noch heute in einem großen Teile der Schweiz üblich (Weinhold, 1 44). Für den bajuwarischen Dialekt ist o für mhd. ou in einigen Beispielen belegbar (Weinhold, 11 37). Verschieden von der heutigen Aussprache des mhd. ou, nhd. au im Jd. Osteuropas war die Aussprache im einstigen Westjiddisch, wie auch noci. heute in Westungarn. Dem1 mhd. ou entsprach hier ein langes ä. Diese Differenz ist alt, sie war bereits im XVI. Jahrh. vorhanden. Während es in der Susannalegende, die irn Jahre 1571 in Krakau gedruckt wurde, auf dem Titelblatt* k^nf^"" oder auch Jcoifen^ «pr£rp>heißt, lautet es in dem SchofUmbuche Mantua 15o4 kaft fCSKp* für kaufet (Hehr Bibliogr., III. 62 f. 1898). Ebenso ist die Schreibweise a für au in den Wormser jd. Gedichten aus dier Wende des XVI. Jahrh., und1 Worte mit mhd. ou reimen mit solchen auf richtiges Kurzes a (ach auch), gach, äff, kaf (kauf), schaffen, lafen (laufen), pfaffen, iastm (lausen). „Auch1* wird in diesem poetischen Manuskript regelmäßig „ach" geschrieben (Rosenberg in ZGJD., II 237). Im Hanss Vinz-Lied aus Frankfurt, das anläßlich blutiger Ereignisse im Jahre lbl2 erschien, heißt es wiederholt, selbst in der lateinschriftlichen Transkription ach für : uch. Doch scheint die a-Aussprache des mhd. ou nicht überall im Westjiddisch früher üblich gewesen zu sein. Levita schreibt ougn, oign in seinem Thisbites (87), so auch im jd. Hilchoth Derech Erez lotifcn oder loifen ]trh für laufen, jedoch wird ach für auch beibehalten (Wagenseil 317). Im Amsterdamer Maasebuch heißt es louft oder loift, aber „ach" (auch) (Ave-Lallement III 458, 449). h. aus altem mhd. ou ist allgemein bajuvarisch: kaffen, ra-ffn,;lalfn; Haff er für kaufen, raufen, laufen, Haufen (Weinhold, II 20). Auch in den meisten Gegenden Kurhessens, wie auch im westlichen Strich Rheinhessens, in Mainz spricht man a für mhd. ou: aach-auch, glaabst- ) Dagegen spricht jedoch hebr. nach der westjd. Aussprache schoul, das im Südjd. scha»! lautet, also ou-oi, ebenso ctaustrum =--= jd. kloister. O mit nachfolgenden Doppelkonsonanten wird im Jd überhaupt nicht diphtongiert. 3

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