Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 21 (1919)
- Issue
- 1-2 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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— 14 — liläa ansässigen, die Phönizier, sprachen frühzeitig das Kamez gadoi als o aus, vgl z. B.: JOTl AspasTw, otpt - EÜpwji.o;, 0oupt& u. drgl.1), ebenso war es in alter Zeit Bereitsder Fall mit den Syrern. Meleag-eraus Gadara führt das Wort pjtp" in {der Form von ^s^oy. *n*) Die neuzeitlichen Samaritaner sprechen jedoch bis heute langes Kamez Tradol als ä, ein Konservatismus, der vielleicht auf bewußtem Gegensatz zum Judentum beruht Die Syrer sprechen in Palästina und im eigentlichen Syrien das Zekofo(-)K. g.) wie o, in Babylonien dagegen besteht bis jetzt die ursprüngliche ä-Aussprache (Zekapa). Die westsyrrschen Jakobiten benennen die Patriarchen der Bibel geradeso wie die aschkenasischen Juden: Obrohom, Odom usw.4) Charakteristischer Weise kommt diese Aussprache zur Geltung in der westsyrischen Gewohnheit, jeden Vokal mit dem Namen einer Persönlichkeit aus dem Pentateuch zu benennen^ z. B. das „i" Isaak, das „u" Uria und das „o" Odom. Auf den Parallelismus zwischen der Aussprache der jakobitischen syrisch-palästinensischen Westsyrer und der der Palästina-Juden einerseits und /wischender Aussprache der bafcylonisdh-westeurolpäischen Juden und der der Ostsyrer andererseits wüies der bekannte Sprachforscher S. D. Luzzatta hin 5) Die Punier, die, wie Sallust ausdrücklich berichtet, zu ihrer kananäischen Urheimat Kulturbeziehungen pflegten, scheinen dem. Lautwandel des Kamez gadol in Palästina und Syrien Rechnung getragen zu haben. In dem punischen Text mit lateinischen Lettern, der im Poenulus des Plautus angeführt wird, wird das Kamez gadol in den meisten Fällen mit o umschrieben: labon ithon ]7\k& mathon [Dt (in diesen drei Fällen könnte dies o als Vertreter des Kamez katan aufgefaßt werden), korathi T*np, nasothi T.W:6) (ausgesprochenes Kamez gadol wird aber bei jedem Worte nur in einem Falle berücksichtigt und ein zweites Kamez gadol bleibt a. Allerdings war Punisch nicht Palästina-Hebräisch und die Punktation wies gewiß' Verschiedenheiten auf). Die bei den Kirchenvätern zitierten punischen Worte, haben fast immer a für Kamie-z gadol (salustfir«, salom- EiStT, alma nö^j?7;, dodli ist hier eine Anpassung an die in christlichen Kreisen übliche Aussprache des Hebräischen leicht möglich. Im Arabischen ist das ä bis jetzt ungetrübt und das Alif dient zur Bezeichnung ausschließlich des a.8) Zum Unterschied vom Hebräischen, Syrischen und Punischen ist das Arabische eine relativ junge semi- ') Renan Syst. I 187. 2) Brugsch: Anal. vet. Poet; I. 37y Renan ib. *) Idelsohn ib iVII 701. *) Brockelmann: Syrische Grammatik, 8 f., Berlin 1899. ö)S. D. Luzzatto: Epistolario italiano-francese-latino, 83, Padova 1890» 6) Rosenberg: Phönizische Grammatik 45. 7) Vgl. die Liste jder punischen Worte bei den Kirchenvätern in Gesenius: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, 225 Leipzig 1815. •) Socin: Arabische Grammatik 7.