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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1919-01-01 · 1-2 (1919) · p. Seite 13

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
21 (1919)
Issue
1-2 (1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 13 (sequence 15)
Language
German
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— 13 — scheu Juden [schrieben immer in ihren italienischen Texten für a eif* alef, für o ein waw,') die a>chkenasische Aussprache des K. g. wie o kommt ihnen "wunderlich vor.-) In Asien behielten die altertümliche a-Aussprache des K. g. bis heute die babylonischen Juden.3) In der babylonischen Punktation des Hebräischen wird, im Gegensatz zur masoretischen, die Verschiedenheit von K. g. und K. katan auch äußerlich gewahrt und beide werden durch besondere Zeichen ausgedrückt. Die nordafrikamsch-westeuropäische Archaisierung der jüdischen Aussprache war auch für die Christliche Welt maßgebend. Der Lautstand1 des Hebräischen in der Septuaginta entschied. Im Evangelium ist K. g a (lama schabaktani).5. Die Christen, die sich mit dieser Aussprache in einen Gegensatz zu dem Palästina-Judentum setzten, trieben dann die a-Aussprache des Kamez auf die Spitze. Origenes, der Alexandriner von Geburt war, aber lange in Cäsarea in Palästina wirkte, schrieb jedes hebräische Kamez ohne Unterschied der Quantität, ob gaefol (ä) oder katan (o). mit a, so z. B.: yy.yjj.0L Kohl 7, 28. für Cbochrr.v*) dennoch ist der Einfluß des Milieus, dem er sich mit Ostentation entgegensetzte, trotz aUem an manchen hebräischen Worten, deren Kamez gadol er mit langem oder kurzem griechischen o (o>o) transkribierte, deutlich bei ihm zu merken (Iwysv G?n. 3,1.% {JLoAcoxw**^ "T^afrC >l 72,-8; Soptu. erb^ Sani. I 17, 1). Einmal setzt Origenes sogar merkwürdigerweise für ein Kamez-, das xlazu katan ist, ein ou (kovv.yaL Genz. 2, 23 f) Allerdings können diese paar Abweichungen auch Kopistenfehler sein, die von späteren Abschreibern herrühren. Das zufällige Zusammentreffen mit der Aussprache der Juden Cäsareas würde jedenfalls auffällig sein. Durchgreifend a für Kamez. sowohl gadol und wie katan, ist auch in den mit lateinischen Lettern transkribierten Psalmfragmenten, die als Appendix zu Hieronymus' Werken beigedruckt wurden (bireadn n*r-# dawar "1V7, lach "f?)7). Die altrabbinisehe, von der Massora bestätigte o-Aussprache des K. g. ist heute den Juden Asiens, mit Ausnahme derer Babyloniefiis. eigen. Idelsohn stellte die Trübung des alten ä, die o-Aussprache des Kamez gadol bei den Juden Jemens, Persiens und Daghestans fest.8) Dieselbe Beobachtung hinsichtlich Jemens machte auch der hebräische deograph Schwarz.9) Von den anderen semitischen Völkern ist hinsichtlich des K. g zu bemerken: Die nächsten Nachbarn der Juden, speziell der in Oa- ■) ü. Sacerdote in Rendiconti della Reale Academia dei Lineeil Classe di Scienze Morali storiche et filologiche, V I 316, Roma 1892. *) Vessillo Israelitico, XLI 15. -) Idelsohn ib. *) Kautzsch ib. 47. Pinsker ib. 5) Ev. Matthaei. €> Origenes: Hexaplorum pars non minima in Hieronymus: Bibtiofheca divina, II 831 Parisiis. ib. in fine. 0 Idelsohn in MGWJ 1913. '} J. Schwäre: Th'buath haarez 247, Jerusalem 100Ö.

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