Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 21 (1919)
- Issue
- 1-2 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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- 12 — wurden im altrabbinisehen Judentum mit einemi o geschrieben (Campania— Kompon).1) Die Trübung des althebräischen a erstreckte sich demnach auch auf importierte Teile des Wortschatzes. Das althebräische ungetrübte ä lebte in Alexandrien bei den Juden noch ungestört zur Zeit der Ptolemäer. Die Siebzig Dolmetscher transkribierten in der Regel Kamez gadol mit 7. (Aäap,, X.a|/.j. Möglich, daß zu jener Zeit auch in Palästina das K. g. noch als ä ausgesprochen, wurde. Anfange einer Trübung sind in den Transkriptionen des Septuaginta hie und da schon zu merken : Icouxv (Gen 10, 2) ^r,wv (36. 36) A<7<% (3(3 44, 35); V)6)a>|/.a, Io-tjt)3;. Hielt vielleicht in der späteren Antike die Aussprache der ale— xandrinischen Juden mit der Aussprache des K. g. in Palästina Schritt und sprachen Philos Zeitgenossen das K. g. wie o oder mindest ao? Dies ist ein Problem, das Gesenius erörtert. Gesenius wollte bei Philo Etymologien feststellen, die nicht anders zu erklären wären, als daß er das K. g. wie ein o sprach (y.:r> yipt: goj Hü* Traiy.-. itapXiy- ,)s) Aus Philo läßt sich jedoch nichts entnehmen,, da Philobei seinen Deutungen mit der Orthographie und den phonetischen Verschiedenheiten es nirgends genau nimmt,, auch verwechselt er das kurze a (pathach) mit dem langen o (cholam),. vgl. das von. Gesenius. selbst zitierte Beispiel4) «p<ä; a'üföv (I, 59;. Die archaistische a-Aussprache, die sich in Aegypten konservierte, ging dann zu den Juden Westafrikas über. Die Juden -Marokkos5) sprechen noch derzeit das K. g. „a". Ueber Nordafrika gelangte die ungetrübte Aussprache des althebräischen ä auch zu den Juden Westeuropas. Die spagnolischeii Juden sprechen das IC g. bis jetzt wie*.- a. Menachem ben Saruk nannte das Kamez in seiner Grammatik einfach nrp~£ obwohl er auch die Benennung Kamez kannte. Die altfranzösischen Juden des XIII. Jahrh. drückten das „a" in französischen Texten sowohl, mit Pathach als mit Kamez aus. °/ Anzunehmen, daß die altfranzösischen Juden „lessa", dessen a mit Kamez g-adol vokalisiert wurde, wie „lesso'* sprachen und hiermit das' K. g. einem o glich,, ist keine Veranlassung. Die neuzeitlichen Elsässer Juden haben zwar manche, französische Worte, deren a in o umgewandelt wurde (charm-Schorm),7) doch sind die Elsässer Juden keine französischen Exulanten,, die uns Andeutungen für die jüdisch-französische Aussprache "liefern könnten, sondern spätere Einwanderer vom Osten, die nach bei aschkenasischen Juden üblichen Lautgesetzen französische Entlehnungen umgestalteten. Die italieni- 1) Leviticus Rabba 6. 2) Frankel: Vorstudien zur Septuaginta 115. :>) Gesenius: Isagoge in Grammaticam et lexicographiam linguae hebraicae 92, Grimmae 1838. <) ib 95 *) Idelsohn in MWDJ 1913. *') Romania III 462, M. Lambert et L.. Bnandin-: Glossaire. hebreux : francais du XUIe siecle, Paris 19G5. 7) Mitt. d. Ges. zur jd. Volkskunde,. LH. 6*.