Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 21 (1919)
- Issue
- 1-2 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 10)
- Language
- German
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— 8 - f ch im Falle von dessen Kürze vor zwei Konsonanten. Das a in fallen, a , Hals, Apfel, Gasse usw. wird im Bayrischen wie o ausgesprochen. l) Rein wird das a im Bayr. nur in den meisten Fremdwörtern, wie: Almer, L;impe, Kasse und in einer Reihe nicht durch die Regel zu: begrenzender Worte, wie: als, ach, hat gesprochen. An der Wab tönt das a auch vor r rein: Narr, hart, schwarz.2) Der Lautwandel des nhd. a in o erfolgte auf baj. Gebiete bereits im XIII. Jahrh. Die o-Aussprache des a hei den Bayern im Gegensatz zu den „Schwaben und Wahren" wurde von Aventinus in seiner Einleitung zur Bayr. Chronik schon im Jahre 1522 betont. Derselbe Uebergang von a zu o läßt sich auch im Niederalemaunisch-Elsässischen beobachten,3) dagegen im Schwäbischen verwandelt sich das m'hd. a in au. Im Ostfränkischen ist ä o, a jedoch bleibt unverändert. *) Die Trübung des a zu o ist auch in Mitteldeutschland eine allgemeine Erscheinung. So vor allem im Osten. Im Mhd. Schlesiens war o für ä einer der häufigsten Fälle, Der reine ä-Laut erscheint schon in den ältesten Denkmälern Schlesiens im weitesten Umfang verdrängt Auch das kurze mhd. a wandelte sich im älteren Schlesischen vor Liquiden, nalmientlicli Vor r, selten vor anderen Konsonanten (meistens n) in o, *) Im heutigen Schlesisch wird das ä fast immer zu o verschoben, das a (vor zwei Konsonanten) in einer erdrückenden Anzahl von Fällen.*) In Posen7) ist »da^ a in der Regel vor ch, k, x, z reintönend. soinjsjt entweder halb wie o (raten, malen) oder ganz wie ein tiefes o selhs' vor Doppelkonsonanten (Halm). O für a auch kurzer Quantität ist auch in Obersadhsen, Nordwestböhmen,8) im sächsischen Vorgebirge, * wie auch in Leipzigi0) nachweisbar. In Westmitteldeutschland findet sich gerade wie in den meisten deutschen Dialekten eine Entwicklung von langem ä zu o. Das alte a erhielt sich unverändert, namentlich in Hessen vor früheren Doppelkonsonanten (Affe, alles, Galle), vor scharfen ss, vor tz, pf, ft.H) Die oberniitteldeutsche a-Trübung griff auch zu den anderssprachigen Nachbarn, lateinisches a ist rhätorom. fast immer o (Diez I, 153), ebenso auch im Slowakischen und Polnischen in deutschen Randgebieten. , Das südjd. u für a hat ebenso zahlreiche Analogien in den deutschen Dialekten als Belegmaterial. Auf bajuwarischem Gebiet wird in Kärnten, im Unterinntal und auch im Meraner Btirggrafenamt das lange ä zu z. B.: Name-Nume, Rahm-Rume, Scham-Sdiume gesprochen. Im Defregger-Dialekt in Tirol sagt man ebenso Hahn-Hune. An der ») Schwäbl 11. ^) Weinhold, II. 17.;) Kaufmann 46. Heilig 25. •) Rückert 34, 39. <•) Waniek 38. ') Brand 88. *) Hauser.blas 22. ') E. Goeppert: Die Mundart des sächs. Erzgebirges, 13. Lpzg. 1878. 1") Albrecht 4. 1J) Reiss 68.