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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1917-01-01 · 3-4 (1917) · p. Seite 43

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
18 (1917)
Issue
3-4 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 43 (sequence 13)
Language
German
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Beiträge zur jüdischen Kulturgeschichte, Aus der Geschichte der Familien üellinek, Bloch, Tikfin, Hamburger (Robinow), niamroth, Hirsche! („Hschkenasi*)"). (Schluß.) Veit Bloch mußte sich dazu entschließen, im Herbste 1794 seine Gattin Mariem (geborene Hamburger), welche ihrer Entbindung entgegensah, nach Kasimierz im Gouvernement Lublin zu sdhidken, um dort dieses Ereignis im Hause ihrer Schwester Leah Saulsohn abzuwarten, und sein Töchterdhen Caroline und den jüngsten Knaben der Mutter mitzugeben, während die älteren zwei Knaben beim Vater in Berlin blieben. Marcus wurde dann 1802 auf die Universität Königsberg gesdhickt, um dort Medizin zu studieren (eine der wenigen Fakultäten, weldhe damals einem Juden offen standen). Beim ersten Betreten des anatomischen Hörsaales wurde der junge Student vor Ekel ohnmächtig. Er sagte infolgedessen der Medizin Val'et und studierte von da ab Philosophie und Pädagogik, wenn auch nicht mehr unter Kant, so doch noch zu Karits Lebzeiten in dessen Schule. Er ging dann nach Frankfurt a. M. und übernahm dorft die Leitung des Mäddhenunterrichtes an dem durch Jost und Creuzenach ins Leben gerufenen „Philantropin". Salomon, minderbegabt als Marcus, erhielt: vom Vater eine bescheidenere Ausbildung. Als er 18 Jahre alt geworden, entschloß sich der Vater, anläßlich eines jähen Wechsels in den Wohistandsverhäitnissen seiner Schwiegereltern, ihn nach Hamburg zu schicken, wo der älteste Bruder seiner Frau, Rüben (der sich seit 1783 den Familiennamen „Robinow" beigelegt hatte) in einflußreicher geschäftlicher Stellung als Prokurist der Hamburger Expositur des Frankfurter Hauses Goldschmiedt lebte. Dieser sollte den jungen Mann in einem Geschäft unterbringen. Zum Unglück war Robinow in Folge der Continentalsperre in London zurückgehalten und konnte nicht 'heimkehren. Salomon erwartete vergebens die Wiederkehr des, wenn ich nicht irre, mit einer Schiff aus Altona verheirateten Oheims; als sich jedoch dessen Abwesenheit immer mehr in die Länge zog, sahen Tante und Neffe ein, daß ein längeres unbeschäftigtes Warten für Salomon keinen Sinn habe, und dersel- *) Siehe diese Mitteilungen Heft 58 S. 22 f. 4*

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