Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1917)
- Issue
- 3-4 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— m — Namen »Siegel Salomos«. Davon ist natürlich dort noch keine Rede, daß dies ein Symbol des Judentums sei. Es kommt mm innerhalb der Asmodaisage vor und war nur als Zaubermittel bekannt. Zum Symbol hat es erst die Mystik erhoben. Wie alt diese Geheimlehre im Judentum ist, das wollen wir hier natürlich nicht entscheiden, uns genügt die allgemein gekannte Tatsache, daß sie im XII. Jahrh. zur Blüte gelangt und seit dieser Zeit eine offen wirkende Kraft, ein religiöser Faktor geworden ist. Zur selben Zeit und unter demselben Einfluß, als die Templer in ihren burgartigen Klöstern dem arabischen Occultismus huldigten, gelangte die Mystik auch in jüdischen Kreisen zu hoher Blüte. Der arabische Occultismus kennt das Hexagramm unter dem Namen »Siegel Salomos«. Diesen Namen behält es auch anfangs in der neuen jüdischen Mystik, wenigstens nennt es Abr. Abulafia in seinem »Imre Schefer« noch so. Doch paßte dieser Name den jüdischen Mystikern — wie Grunwald richtig vermutet — deshalb nicht, weil sie sich, wie begreiflich, mit der Tendenz der Araber, den König Salomo auf Rechnung des Königs David stets in den Vordergrund zu stellen, nicht befreunden konnten. Die jüdische Tradition war — im Gegensatz zu den arabischen — stets bestrebt, David zu verherrlichen. Nun hätte es das »Siegel Davids« heißen sollen. Dies entsprach aber nicht der Persönlichkeit Davids, wie ihn die heilige Schrift und die Agada schildert, denn David war kein Zauberer, sondern ein Kriegsheld, kämpfte nicht mit den Geistein, sondern mit den Feinden Israels. Die heilige Schrift erzählt uns viel von seinen Waffen (II Könige 11, 10). »Du gabst mir den Schild deines Heils« — .so singt der Psalmdichter (18, 26.) Der Ausdruck »Magen David« — zwar in anderem Sinne — wird auch im Talmud oft erwähnt (Pesachim 117 b), auch war dieser Ausdruck dem jüdischen Ohre wohl bekannt, da man ihn in der Benediktion der Haftara beständig hört. Nun war es ja stets die Tendenz der Kabbala, den aus der Fremde entliehenen Ideen und Symbolen eine altjüdische Färbung zu geben und so müssen wir eingestehen, daß die Kabbala sehr glücklich wählte, als sie diesem Symbol den Namen David-Schild gab, eine Bezeichnung, die dann in jüdischen Kreisen der ausschließliche Name des Hexagramms geworden ist. Mit dem Gesagten ist die Entstehung dieser Benennung genügend erklärt, nur der Vollständigkeit halber erwähne ich noch zwei Hypothesen, welche kaum ernst zu nehmen sind. Nach der einen bedeuten die zwei Dreiecke, die zwei Dalet, welche in dem Namen David vorkommen, nach der zweiten stammt diese Benennung aus dem Worte Druidenfuß* Der guiklingende jüdische Name und die Verwandtschaft mit dem alt-jüdischen Symbol der siebenarmigen Menora haben dieses Zeichen im Judentum bald heimisch gemacht, aber es