Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1917)
- Issue
- 3-4 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 38 — Demnach symbolisiert das Hexagramm selbst nur die unteren sieben Sephi rot Und so ist der Weg: offen, welcher zu dem siebenarmigen Leuchter führt. Das alte Symbol wird so mit dem neuen in Verbindung gebracht, sie werden mit einander ausgesöhnt und erhalten beide dieselbe Bedeutung und Heiligkeit. Es ist nicht mehr nötig, die Heiligkeit der Zahl 6 aus Bibel und Talmud zu begründen, was natürlich nur mit Schwierigkeiten geht1), die hohe Bedeutung der Zahl 7 ist genügend bekannt. Diese Aussöhnung der zwei Symbole2) kommt nicht nur dem Hexagramm, sondern auch der Menora zugute, denn außer ihrer biblischen Bestimmung bekommt sie jetzt auch eine mystische Bedeutung. Die sieben Arme des Leuchters symbolisieren die sieben unteren Sefiroth und das P'ne hamnora der Bibel die drei oberen. Das neue Symbol ist nicht mehr der Rivale des alten, sondern sein Bruder. Es heißt nun, daß auf dem Schilde Davids, welcher die Form des Hexagramms hatte, die Menora mit Gold ausgeschlagen und auf jeden Arm des Leuchters 7 Worte des aus 49 Worten bestehenden Psalmes 67 aufgeschrieben waren3). Hatte man schon die heilige 7-ZahI in das Hexagramm hineingebracht, so war es ein Leichtes zur Zahl 70 weiter zu schreiten. Nach dem in jüd.-mystischen Kreisen wohlbekannten Abrakadabra hat man das untere Dreieck aus 42 Buchstaben, das obere aus 42—14 28 Buchstaben zusammengestellt, welche zusammen die Zahl 70 ausmachen4). Interessant ist auch die Erklärung, nach welcher die zwei Dreiecke zwei »Ajin« bedeuten, welcher Buchstabe bekanntlich in der althebräischen Schrift die Form eines Dreieckes hatte und den Zahlen wert 70 hat. So wäre also im Hexagramm der 70 buchstabige Gottesnamen erhalten, welcher zugleich den 70 Teilen der Menora entspricht, die bei Josephus Ant. 3, 6. 7, aufgezählt werden. * * * Je tiefer diese erwähnten magischen und theosophischen Ideen ins Judentum eingedrungen und dort heimisch geworden sind, umso höhere Bedeutung erlangt das diese Ideen symbolisierende Hexagramm. Es erhält zugleich einen speziell jüd. Namen „Magen David", Davidschild. Wie und woher ist dieser Name entstanden? Wie schon erwähnt, kennt es der Talmud nur unter dem J) M'basser zedek v. Katzburg p. 66. 2) Isaac Arama: Akeda cap. 76. 8j Ch. D. Asulai: Midbar kedemoth cap. 4. *> M. Grunwald, Ein altes Symbol etc. Ich brauche es nicht besonders hervorzuheben, daß die Forschungen Grunwald s mir bei dieser Arbeit die größten Dienste geleistet haben.