Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1917)
- Issue
- 3-4 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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♦> H - Di — nach den occulten Philosophien — eine doppelte Richtung, die Evolution und die Involution, ein Herab- und ein Hereinströmen. Beide zusammen bilden das höchste Mysterium, doch ist das Herabströmen das höhere, denn die schöpferische und wirkende Macht kommt von oben. Diese Idee finden die Magie und der daraus stammende Occultismus der Araber und des Templerordens in dem Pentagramm ausgedrückt. Man pflegt dies durch eine Figur darzustellen. Das Pentagramm ist danach eine stehende menschliche Figur, und zwar bildet von den fünf Dreiecken eines (das oberste) den Kopf, zwei die Hände, die zwei unteren die Füße und das Fünfeck in der Mitte bildet den Rumpf. Diese stehende menschliche Figur symbolisiert die Idee, daß die Emanation von oben nach unten wirkt, von der geistigen Welt auf die körperliche, bedeutet demnach, daß alles, was unten geschieht, seine Ursache oben findet. Dieser Gedanke ist aber noch plastischer und intensiver im Hexagramm ausgedrückt, darum vernachlässigt die jüdische Mystik immer mehr das Pentagramm und hält sich an das Hexagramm. Nur gebraucht die Kabbaia die Bildzeichen, welche die nichtjüdische, hauptsächlich die templerische Philosophie, überhaupt nicht benützt. Zur Symbolisierung der Ideen dienen hier die Buchstaben des hebr. Alphabeths und die Grammateia. Und so zeichnet die Kabbaia die menschliche Figur weder in das Peritanoch in das Hexagramm, sondern fixiert sie durch die Figur des Hexagrammes mit den hebräischen Bezeichnungen der 10 Sephirot (Sphären). Das Hexagramm ist in dieser Form eine stehende menschliche Gestalt, welche aus den 10 Sephirot gebildet wird. Diese 10 Sefiroth zerfallen in zwei Gruppen, gemäß den zwei heiligen Zahlen (7+3), welche in der Zahl 10 enthalten sind1), und zwar in die oberen drei und in die untere sieben. Die drei oberen Sephirot bilden den Kopf, die sieben unteren den Körper. Die drei oberen: Kether, Chokhma, Bina (Krone, Weisheit, Einsicht) sind von höherer Gattung. »Wenn die Glieder sich auflösen, geschieht dies nur mit den 7 unteren.« Die sieben Sefiroth niederer Gattung verteilen sich folgendermaßen: Malkhut (Königtum) bildet den Hals (oft heißt es »Mund«, was natürlich unrichtig ist, da doch der Mund nicht am Körper, sondern im Kopfe ist, welcher schon außerhalb des Hexagramms steht). Cheßed und Gebhura (Liebe und Kraft) bilden die zwei Arme, Tifereth (Ruhm) ist der Rumpf, Nezach und Hod (Sieg und Hoheit) die zwei Füße, und endlich Jesod (Grund) ist das Oth brith kodesch, das Membrum. x) Ueber die Bedeutung der Zahlen 3 und 7 siehe die Werke Mocholat Machanaim cap. 6 und Arugat ha-bossem cap. 9.