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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1917-01-01 · 3-4 (1917) · p. Seite 35

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
18 (1917)
Issue
3-4 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 35 (sequence 5)
Language
German
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- 35 — (Gittin ibid.) — war der Schern, der heilige Name Gottes, eingeprägt. Ob das Siegel selbst die Form eines Pentagramms oder eines Hexagramms gehabt hat, erhellt aus den jüdischen Quellen nicht. Wir wissen aber, daß die arabischen Mystiker unter diesem Namen das Hexagramm verstanden haben. Erst als für das Hexagramm der Name Davidschild gebräuchlich wurde, verstanden darunter die späteren Mystiker das Pentagramm. Samuel Abulafia versteht unter Chotham schel Sch'Iomo entschieden noch das Hexagramm. Um dann einer jeden Verwechslung vorzubeugen, spricht man schon im XVII. —XV1H. Jahrhundert von einem Kescher schel Sch'lomoh (Knoten Salomos), worunter man ausschließlich nur das Pentagramm verstehen kann, da dieses, wie ein Knoten in einem Zuge geknüpft wird, in einem Zuge gezeichnet wird. Mit Hilfe dieses Siegels gelang es dem König Salomo, — so lesen wir im Talmud (Gittin 69 a) — nicht nur über die Geister, sondern selbst über ihren Fürsten Asmodai, zu herrschen und ihn bei dem Baue des Tempels sich dienstbar zu machen. Die ursprüngliche Bedeutung des Hexagramms iag in seiner geisterbeschwörenden Kraft. Noch heute zeichnen wir es auf die Thoramäntelchen, auf die Talith- und Tefilin-Behälter, auf Gebetbücher und auf die Dachfirsten der Synagogen. Es ist bekannt, daß nach dem jüd. Volksglauben die bösen Geister mit Vorliebe in der Nähe dieser heiligen Gegenstände sich aufhalten, die Gebet- und Talmudbücher durchforschen, in der Nacht im Tempel sich versammeln, die Thorarollen herausnehmen und daraus vorlesen. Dieses Zeichen hatte also ursprünglich die Bestimmung, die bösen Geister von dort zu bannen. Eine ähnliche Anschauung herrschte auch in den nichtjüdischen Kreisen. Dem Penta- und Hexagramm, welche man im Mittelalter pes bubonis, deutsch Drudenfuß (Druidenfuß) nannte, hat man überall eine geisterbeschwörende Macht zugeschrieben. Darum zeichnete das Volk die Figuren überall hin, von wo man die bösen Geister fernhalten wollte, so z. B. auf die Mauern des Wohnhauses, noch häufiger auf die Stallungen, um die Haustiere vor den bösen Geistern zu schützen. Drudenfuß heißt auch die bekannte Pflanze Lycopodium, in deren Blättern man diese Figuren zu finden glaubte und der man ebenfalls geistervertreibende Macht zuschrieb. Während also diese Figuren als Zaubermittel gebraucht wurden, betrachtet sie die Magie und die gnostische Philosophie von einem ganz anderen Standpunkte aus. Die Ideen ihrer Weltanschauung, die Prinzipien ihrer Philosophie sehen sie durch diese wunderbar regelrechten Figuren dargestellt und sichtbar ausgedrückt. Das Hexagramm entsteht geometrisch aus dem regelrechter* 3*

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