Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1917)
- Issue
- 1-2 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 30 — Bericht der Gesellschaft für jadische Volkskunde in Homburg« Von Dr. m, II. Rath an. Die Gesellschaft für jüdische Volkskunde hielt am 1. Mai d. J. in dem Museum für Völkerkunde eine Versammlung ab. Der große Hörsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft, Herr Dr. N a t h a n, eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache, in der er nach einigen Begrüßungsvvorten zur-ächst auf die Störungen und Hemmungen hinwies, welche die Gesellschaft infolge des Krieges erfahren habe. Der Redner führte dann weiter aus: „Unsere Sammlungen sind auf Grund eines Vertrages hier im Museum für Völkerkunde untergebracht. In ihrer Aufnahme an dieser Stelle liegt allein schon eine Anerkennung für den Wert dieser Sammlungen und ein Beweis für die Bedeutung unserer Bestrebungen für die Erkenntnis vom Wesen und Leben des jüdischen Volkstums, von jüdischer Art und Sitte. Leider aber gestattet der hier zur Verfügungstehende Raum es nicht, unsere Sammlungen völlig zur Aufstellung zu bringen, wir mußten uns bishex mit einem einzigen Schaukasten begnügen, der allerdings, wie uns der Leiter des Museums, Herr Professor T h i 1 e n i u s, versichert, stets die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zieht. Dieser unbefriedigende Zustand, d;aß wir den größten Teil unserer Sammlungen im Keller aufbewahren müssen, der außerdem auch aus dem Grunde nicht wird geändert werden 'können, weil diese Sammlungen zum Teil nicht in den sonstigen Rahmen des Museums für Völkerkunde hineinpassen, hat in dem Vorstande der Gesellschaft den lebhaften Wunsch nach Errichtung eines eigenen Museums rege werden lassen. Dieses eigene Museum ist eine dringende Notwendigkeit, wenn nicht die Schätze, die wir in unseren Sammlungen aufgespeichert haben, totes Kapital bleiben sollen. Und wo ein WiCle ist, da ist auch ein Weg. Wir vertrauen darauf, daß unsere Glaubensgemeinschaft in Hamburg, wie jsie in der Pflege unserer religiösen und sozialen Institutionen mit an der Spitze der deutschen Gemeinden steht, auch in der Wahrnehmung der wissenschaftlichen.; und künstlerischen Interessen des Judentums nicht wird zurückstehen wollen. Und wir sind1 sicher, daß wir dabei uns nicht nur an private Kreise werden zu wenden brauchen, sondern wir erhoffen hierbei insbesondere die tatkräftige Unterstützung der w. Logen, aus deren Mitte vor .nunmehr 20 Jahren der Plan zur Sammlung der Denkmäler jüdischer Kunst und jüdischer Vergangenheit und die Gründung unserer Gesellschaft hervorging. Vor allem' aber hoffen wir bei dem Vorstande der Gemeinde Verständnis un 1 Unterstützung für Uinsern Plan zu finden, wie es vielleicht ein erstrebenswertes Ziel ist, dereinst das „Museum für jüdische Volkskunde" den zahlreichen Institutionen unserer Gemeinde einzugliedern. Der Schwierigkeit seines Planes ist der Vorstand der Gesellschaft sich wohl bewußt — aber, wie wir vorhin schon an das rege Interesse für alle jüdischen Aufgaben in unserer Mitte erinnerten, sio dürfen wir jetzt wohl noch hinzufügen, daß Sie alle mit uns der Meinung sind, daß wir hinter