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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1917-01-01 · 1-2 (1917) · p. Seite 31

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
18 (1917)
Issue
1-2 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 31 (sequence 33)
Language
German
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- M - anderen Gemeinden nicht zurückstehen wollen. Wir erinnern an die Eröffnung der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde in Berlin; was dort und in andern Großgemeinden innerhalb und außerhalb unseres Vaterlandes möglich ist, das soll, muß und kann auch in Hamburg geleistet werden. Eine Darlegung des hohen Wertes der Pflege jüdischer Volkskunde würde heute Abend zu weit führen; es genüge der Hinweis,, daß sie Wissenschaft, Leben und Kunst in edler Harmonie vereint. Aber daran, daß d^ie Pflege unserer Volkskunde auch einen eminent praktischen Wert haben kann, soll bei dieser Gelegenheit und namentlich im Hinblick .aiuf unsere Gemeinde doch erinnert werd;en. Wir stehen in unserer Gemeinde bald nach Friedensschluß vor einer Periode von Neubauten, namentlich wird der Bau mehrerer,neu er Gotteshäuser eine der ersten Aufgaben der nahen Zukunft sein. Bauherren und Baumeister werden alsdann bei ihren Plänen sich von den Ergebnissen der Erforschung jüdischer Volkskunde beraten lassen müssen, damit auch wirklich Stätten geschaffen werden, welche nach Bauart und künstlerischer Gestaltung Symbole und Repräsentanten unseres jüdischen Bekenntnisses sind. Auch an die vielfache Anregung und Belehrung, welche ein genaues Studium der alten jüdischen Begräbnisplätze, nicht zuletzt derjenigen unserer Gemeinde, für die Ausgestaltung unserer modernen jüdischen Friedhöfe bietet, sei hier kurz erinnert. Auf den alten Begräbnisplätzen lagert eine Ruhe und ein Hauch von himmlischem Frieden, und ihre Grabsteine enthalten soviel Schönheit und geheime Kunst, daß man nur zu häufig wünscht, daß auch unsere modernen Begräbnisplätze mit ihren oft allzu prunkvollen Denkmälern von jener Ruhe und jener alten Kunst beeinflußt würden." Der Redner knüpfte an diese Ausführungen einen kurzen Bericht über Pläne der Gesellschaft für die nächste Zeit und Veränderungen im Vorstande. Für die Zeit nach dem Kriege ist in Aussicht genommen, einen Zusammenschluß aller Vereine und Museen für jüdische Volkskunde im Deutschen Reiche und im verbündeten und neutralen Auslande herbeizuführen. Auf die im Museum ausgestellte Sammlung der Gesellschaft soll in der Presse wiederholt hingewiesen werden, während der Versuch geplant ist, die anderen Teile der Sammlung auf anderen Wegen dem Publikum zugänglich zu machen. Die Führung der Jugend und auch der Erwachsenen durch die öffentlichen jüdischen Denkmäler in Hamburg-Altonp ist in Aussicht genommen. Den Vorsitz der Gesellschaft führte seit 1903 bis zu seiner Uebersiedlung nach jBraunschweig (September )\916) Herr Dr. Paul R i e g e r, der ganz besonders durch gründliche Sachkenntnis befähigt war, an der Spitze der Gesellschaft zu stehen, und die Sammlungen durch manchen wertvollen Kauf bereichert hat. Sein Nachfolger, Herr Rabbiner Dr.Loewcnt h a 1, waltete seines Amtes in dankenswerter Weise bis zu seiner Uebersiedlung nach Berlin (März 1917). In Herrn Architekten Fr. Adler hat der Vorstand neben den Männern, die sich durch jüdisches

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