Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1917)
- Issue
- 1-2 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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— 25 — Abraham1) ehelichte (um 1780) seine ungefähr gleichaltrige Cousine Zirl.2) Aus dieser Ehe stammten: Cheile, Simche, Judith, Nachum, Rachel1, Dobrisch, Esther, Jittel, von denen Simche, Judith, Rachel' in jugendlichem Alter starben, während Cheile den Rabbiner Berusch Zweig, Dobrisdh den Judah Rauscher, Jittel den Jakob Reiter ehelichte; Esther war dreimal, mit Engel'srath, Wiener und Fleisdhmann in kinderloser Ehe verheiratet. Der Typus der Familie Abraham Jeliinek war blond und blauäugig, mit kräftiger Stimme begabt, heiter, geradsinnig, und bei entschiedener Gutmütigkeit leicht auffahrend. Abraham selbst blieb bis an sein (1834 erfolgtes) Lebensende (er wurde gegen 86 Jahre alt) ein heiteres, gutmütiges, leicht zu Tränen gerührtes Kind, von seltener Ehrlidh'keit und Menschenliebe. Sein Weib Zirl scheint mehr ihrer dunkelhaarigen Mutter nachgeartet zu sein. Ihr Wesen war klug abwägend, zurückhaltender als ihr geradsinnigoffenherziger Gatte. Die Kinder ihres Bruders Scholem zeigten entschieden dunkel- und kraushaarigen Typus. Mit Uebergehung der Schicksale der anderen Zweige dieser Familie wollen wir hier lediglich den Stamm N achum3) TelTinek-s, des Jüngeren, behandeln. Am 1. Januar 1787 geboren, wurde Nachum in den Elementen der hebräischen Sprache (Lesen und oberflächlichem Uebersetzen des Pentateuch) von einem gewissen ,,Reb Sireh" unterrichtet. Die Normalschule (damals Simultanschule für alle Konfessionen) besuchte er bei Friedrich Enzian, der, wie {die meisten Schulmeister aus Josephinischer Zeit, bei dem Mangel geschulter Lehrkräfte, dem Unteroffiziersstande entnommen war. Grammatik und1 Orthographie waren mangelhaft, und Privatunterricht gestatteten die ärmlichen Verhältnisse der kinderreichen Familie um so weniger, als der Vater früh durch einen Leibschaden erwerbsunfähig wurde. Der Knabe sollte, den Traditionen der Familie entspredigte Familienstelle an und weist ein Vermögen von 300 fl. auf, nachdem er dasselbe Ansuchen bis zum Jahre 1801 sechsmal gestellt und ein Vermögen von 700 fl. nachweist werden ihm „seine Angaben zuerkannt". 0 Abraham Jelenik, (Familien Nr. 104) zahlt im Jahre 1808 eine Steuer von 26 fl. 49; s. Anmerk. 4. *) Zirl. die Frau des R. Abraham jelenik, erwirbt bei Lebzeiten am Donnerstag 19. Siwan 5593 (1833) einen Begräbnisplatz um 10 Gulden. Der Kaufvertrag ist von Abraham Bloch und David Schmeichler unterzeichnet (s. Chewra Kadischa Protokoll N. R. S. 446). 3) Nachum Jeliinek sucht im Alter von 21 Jahren, am 7. XII. 1806 um eine freigewordene Familienstelle an und weist ein Vermögen von 800 fl. nach. Im Jahre 1808 weist er ein Vermögen von 2000 fl. nach und die Familienstelle wird ihm verliehen. (Anmeldungs-Protokoll I Fol. 29 und 31.)